Schweine drängen sich im Stall
Christa Diekmann-Lenartz | am

ASP-Übung: Jeder Betrieb muss vorsorgen

Anfang September fand in Cloppenburg die Übung "ASP bei Hausschweinen" statt. Sie zeigte: Es wird sehr schnell sehr eng im Stall.

Getroffen hatten sich für die niedersächsische Übung Vertreter des ortsansässigen Veterinäramtes, des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), des Landvolks und des schweinehaltenden Betriebes, der sich für die Übung zur Verfügung gestellt hatte.

Bei der im letzten Jahr durchgeführten Übung ASP-Ausbruch bei Wildschweinen in Cloppenburg gab es bereits wichtige Erkenntnisse. Sie mündeten unter anderem im sogenannten ASP-Früherkennungsprogramm. Das Programm bietet schweinehaltenden Betrieben die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis die Voraussetzungen für einen sogenannten Statusbetrieb zu erlangen.

Ernstfall bringt große Herausforderungen

Bereits in der intensiven Vorbereitungsphase der diesjährigen Übung wurde schnell klar, dass der ASP-Ernstfall den Übungsbetrieb vor große Herausforderungen stellen wird. Der Übungsbetrieb ist ein Sauenbetrieb (500 Sauen) mit Ferkelaufzucht und Mast (> 3.000 Plätze) im geschlossenen System. Die Ferkel werden im Zwei-Wochen-Rhythmus abgesetzt, der Verkauf von Schlachtschweinen erfolgt wöchentlich. Das Übungsszenario sah vor, dass sich der Betrieb im Sperrbezirk befindet, der abnehmende Schlachthof im angrenzenden Beobachtungsgebiet.

Sofort Stand-Still in den Restriktionsgebieten

Im Gegensatz zum ASP-Ausbruch bei Wildschweinen tritt bei einem Fall im Hausschweinebestand nach amtlicher Festlegung der Restriktionsgebiete ein sofortiges "Stand-Still" in den eingerichteten Reduktionsgebieten in Kraft.

Die Frage, wo der Betrieb während eines Stand-Still mit den abgesetzten Ferkeln und den Schlacht- und Zuchttieren hin soll, wurde im Rahmen der Übung intensiv diskutiert. Innerhalb kurzer Zeit kann dies betriebsindividuell zu einem großes Problem werden. Lösungswege konnten während der Übung nicht zufriedenstellend aufgezeigt werden.

Auf dem Übungsbetrieb traten bereits nach zwei Wochen Engpässe im Hinblick auf das notwendige Umstallen von Tieren auf. Spätestens nach drei bis vier Wochen gab es keine Möglichkeiten mehr, die Schweine innerhalb der bestehenden Betriebsgebäude rechtskonform unterzubringen.

Oberstes Gebot: Biosicherheit

Die ASP-Übung in Cloppenburg hat die schwerwiegenden Folgen eines ASP-Ausbruchs im Hausschweinebestand aufgezeigt. Oberstes Gebot ist die Verhinderung des Eintrags in schweinehaltende Betriebe durch wirksame Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen. Jeder Schweinehalter sollte das Konzept auf seinem Betrieb nochmals prüfen und ggf. nachbessern.

Betriebsleiter müssen schon heute nach möglichen Lösungen suchen für den Fall, dass sie von Restriktionsgebieten betroffen sind. Im ASP-Fall bei Hausschweinen können wildschweinsichere Betriebsgebäude wie zum Beispiel Lagerhallen, Fahrsilos, Ferkelhütten etc. zur vorübergehenden Unterbringung von Tieren genutzt werden. Insbesondere das Vorhalten von Reserveplätzen im Stall sollte betriebsindividuell mit überlegt werden.

Fazit

  • Im Ernstfall würde das Verbringungsverbot in den Restriktionsgebieten schnell zu Platzprobleme in den Betrieben führen.
  • Jeder schweinehaltende Betrieb ist gefordert, sich schon jetzt in "Friedenszeiten" Gedanken zu machen, wo im Ernstfall Tiere provisorisch untergebracht werden können.
  • Betriebsindividuelle Lösungen werden aber ihre Grenzen haben.
  • Wenn Schlachttiere aus Restriktionsgebieten nicht vermarktet werden können, kommt die gesamte Produktionskette zum Erliegen.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der LAND & FORST Ausgabe 39/20.

Mit Material von Landvolk, LAVES, Veterinäramt Cloppenburg

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Schweinehalter unter Druck
  • Thema der Woche: Wolfsvergrämung mit Schafsglocken?
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