Virtual Reality Brille
Janina Schuster | am

Mit den Augen einer Kuh: Kuhbrille aus Echem ausgezeichnet

Die Erfindung von Benito Weise ermöglicht es, seine Umgebung mit den Augen einer Kuh zu erleben. Seine Virtual-Reality-Kuhbrille wurde nun ausgezeichnet.

Es ist nicht die erste Ehrung für das Projekt. Bereits im Oktober wurde die Echemer Kuhbrille mit dem 2.Platz des Digitalisierungspreises Agrar und Ernährung des Landes Niedersachsens geehrt. Nun konnte die Landwirtschaftskammer Niedersachen, für dessen landwirtschaftliches Bildungszentrum Benito Weise tätig ist, auch die Auszeichnung "Digitaler Ort Niedersachsen" entgegennehmen.

Mit der Auszeichnung werden Projekte und Initiativen geehrt, die ihren Beitrag zum digitalen Wandel in Niedersachsen leisten und diesen damit innovativ vorantreiben. Ausgewählt werden die Gewinner durch eine Jury der Digitalagentur Niedersachsen und des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Zusätzlich zu der Auszeichnung bekommt die Kuhbrille eine Chance auf die Nominierung zum "Digitalen Ort des Jahres". Dieser wird auf der Digitalkonferenz "Techtide" des Landes Niedersachsen von Besucherinnen und Besuchern gewählt.

VR-Brille ermöglicht Aha-Effekt

"Die Auszeichnungen sind eine große Anerkennung für das Engagement all unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich für eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung einsetzen und damit die Attraktivität landwirtschaftlicher Berufe steigern", sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje.  "Die Kuhbrille ermöglicht einen unglaublichen Aha-Effekt", erklärt Martina Weber, Geschäftsführerin des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums (LBZ) Echem (Kreis Lüneburg), dem Aus- und Weiterbildungszentrum für Tierhaltung der LWK. 

Es geht vor allen Dingen um Empathie

Mit der Kuhbrille auf der Nase ist es möglich, die visuelle Wahrnehmung der Kuh der aktuellen Umgebung erlebbar zu machen. Tritt die Kuh beispielsweise aus dem Stall ins Freie, bleibt sie erst einmal ein paar Sekunden lang stehen, bis ihre Augen sich an die Helligkeit angepasst haben. Das dauert bei den Tieren deutlich länger, als beim Menschen. Mehr als um den digitalen Aspekt geht es Martina Weber um die Empathie für das Tier, welche mit der Brille geweckt werden kann. "Unsere Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer, die dieses Gefühl temporärer Blindheit selbst erlebt haben, bekommen ein viel größeres Verständnis für das Verhalten einer Kuh", erklärt die Geschäftsführerin, "hier geht es nicht um eine Erfindung, die den Landwirtinnen und Landwirten zum Beispiel eine effektivere Düngung ermöglicht. Es geht um die Erlebbarmachung einer Welt durch den Einsatz digitaler Hilfsmittel, die wir so sonst nicht wahrnehmen würden."

Nächstes Projekt: Pferdebrille

Während die Kuhbrille nun zum Einsatz kommt, arbeitet Benito Weise bereits am nächsten Projekt: einer Pferdebrille. Dieses mal mit der Erweiterung um die akustische Wahrnehmung. "Sowohl Kühe als auch Pferde sind Fluchttiere", erklärt Martina Weber, "das Gehör ist viel besser ausgebildet als das Sehen." Die vielen Geräusche in den Stallungen versetzen die Tiere in Alarmbereitschaft. Doch um die nötige Forschung dafür zu betreiben, braucht es Gelder. Und die fehlen bislang.

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