Legehennen
Laura Schneider | am

Automatisierung im Legehennenstall: Weniger Arbeit für mehr Tierwohl

Durch Automatisierung können Sie Legehennen mehr Tierwohl bieten und den Arbeitsaufwand gering halten. Wir zeigen Ihnen Beispiele.

Schnabelungekürzte Legehennen zu halten, stellt viele Betriebe vor Herausforderungen. So sollen die Landwirte ihren Tieren zum Beispiel verschiedene Materialien zur Beschäftigung anbieten, obwohl die Arbeitszeitbelastung in den Aufzucht- und Legehennenbetrieben ohnehin oft sehr hoch ist.

Abhilfe kann eine (Teil-)Automatisierung in den verschiedensten Bereichen schaffen. Dabei kommen verschiedene Möglichkeiten infrage.

Im ersten Beitrag dieser Serie beschreiben wir, wie Sie die Futter- und Wasserversorgung optimieren können, um mit geringem zusätzlichen Arbeitsaufwand das Tierwohl zu verbessern.

 

Fütterung: Komponentenzudosierer

Komponentenzudosierer

Die Fütterung spielt in der Legehennenhaltung eine sehr wichtige Rolle. Nährstoffdefizite verringern nicht nur die Legeleistung, sondern können auch Federpicken und Kannibalismus auslösen.

Um dem vorzubeugen, können Sie einzelne Komponenten auf das Futter aufdosieren. Das Zusatzfutter wird in einem zusätzlichen Silo gelagert, mit einer Spirale zur Futterwaage transportiert und dort mit dem Legefutter vermischt. Sie können flexibel einzelne oder auch alle Fütterungen mit Zusatzfutter aufdosieren.

Der große Vorteil eines Komponentenzudosierers ist, dass Sie Zusatzstoffe auch auf Verdacht unmittelbar verabreichen können, zum Beispiel eiweißreiche Ergänzungsfuttermittel bei einem akuten Ausbruch von Federpicken oder Kannibalismus, der durch Nährstoffmangel ausgelöst wurde. Meist beruhigt sich die Situation schnell.

Fütterung: Futterbefeuchtung

Futterbefeuchtung

Eine zu geringe Futteraufnahme führt zwangsläufig zu Nährstoffdefiziten. Die meisten Alleinfutter sind auf eine bestimmte Futteraufnahme zugeschnitten (zum Beispiel 120 Gramm pro Tier und Tag). Nehmen die Tiere diese Menge nicht auf, entsteht ein Nährstoffmangel.

Futter zu befeuchten ist eine gute Möglichkeit, die Aufnahme zu steigern. Hennen nehmen grundsätzlich viel lieber angefeuchtetes als trockenes Futter auf. Die Feinbestandteile werden gebunden und alle wertvollen Bestandteile aufgenommen.

Mit Sprühdüsen aus der Spritzmitteltechnik lässt sich Wasser fein auf die Futterketten aufdosieren. Zusätzlich können Sie das Wasser mit Vitaminen, Oreganoextrakt oder anderen Substanzen versetzen. Diese müssen Sie dann nicht über das Trinkwasser verabreichen, wo sie die Bildung von Biofilmen fördern.

Controlling: Digitale Wasseruhr für kleine Betriebe

Vor allem in Betrieben mit kleineren Geflügelbeständen ist es eine Herausforderung, den Futter- und Wasserverbrauch genau zu erfassen. Wer den Wasserverbrauch kennt, kann früh auf eine Infektion oder eine Verhaltensänderung reagieren. Leider sind die verbauten Wasseruhren für kleine Betriebe oft zu ungenau.

Mit einem digitalen Hauswasserzähler können Sie die Daten genau erfassen. Bei der täglichen Kontrolle sollten Sie den Wasserverbrauch im Verlauf genau im Blick haben und schnell auf Schwankungen reagieren, die nicht an der Temperatur liegen (oder in der Freilandhaltung am Regen).

Tränkehygiene: Automatische Tränkereinigung

Der Blick in die Tränkeleitung eines Legehennen- oder Aufzuchtstalles offenbart oft erstaunlich starke Ablagerungen. Der sogenannte Biofilm ist voller Keime, die die Tiere über das Tränkewasser aufnehmen und die deren Darmflora beeinträchtigen können.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Ablagerungen aus der Tränke zu entfernen oder ihnen vorzubeugen:

  • Impulsspülgerät mit Luftdruck- und Wasserspühlung,
  • automatisierte Wasserspülung,
  • Elektrolysegeräte,
  • elektromagnetische Reinigung
  • und Reinigung mit Ultraschall.

Vor dem Einsatz eines automatischen Reinigungssystems empfiehlt es sich, die Leitungen mit einem Impulsspülgerät von den Ablagerungen zu befreien. Bei sehr starken Ablagerungen kann es sinnvoll sein, das Tränkesystem auszutauschen und mit den neuen Tränkesträngen eine automatische Spülung zu installieren.

Tränkehygiene prüfen

Prüfung der Tränkehygiene mit Endoskopkamera

Je nach Wasserqualität und Reinigungsverfahren empfiehlt sich zusätzlich eine Wasserenthärtung.

Wenn Sie nicht sicher sind, wie stark die Tränkeleitung verschmutzt ist, kann Ihnen eine Untersuchung des Tränkewassers oder ein Blick in die Tränkeleitung mit einer Endoskopkamera Klarheit verschaffen.

Den vollständigen Artikel mit weiteren Details und Kosten zu den Beispielen lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 34/2020 und in der digitalen Ausgabe.

Mit Material von Lena Jakobi und Dr. Christiane Keppler, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Inhalte der Ausgabe

  • Die Wegweiser: Was bringt die Zukunft für die Landwirtschaft?
  • Wir haben uns mit Kurzschwanzmäusen beschäftigt
  • Lof-Anhänger: alles über das 25 km/h-Schild
  • Wie Wildfleisch erfolgreich vermarktet werden kann

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