Fliegende Wildgänse
Christel Grommel | am

Behörde warnt vor vorrückender Vogelgrippe

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) warnt vor einer raschen Ausbreitung der Vogelgrippe in Europa. Niedersachsen ist bisher noch relativ wenig betroffen.

Aus einem Bericht geht hervor, dass sich das Virus in vielen europäischen Staaten derzeit rasch ausbreitet. So seien im Oktober insgesamt mehr als 300 Fälle in Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, den Niederlanden, Schweden und dem Vereinigten Königreich gemeldet worden. Die meisten Virus-Nachweise gab es der EFSA zufolge bei Wildvögeln. 

Einige wenige Ausbrüche gab es auch in Geflügelhaltungen. Die Behörde stuft in ihrer neuen Untersuchung die Wahrscheinlichkeit, dass Wildvögel das Virus auf Geflügel übertragen, als hoch ein. 

Das Risiko einer Übertragung auf den Menschen werde nach wie vor als sehr gering eingestuft. Die EFSA forderte die nationalen Behörden der Mitgliedstaaten dringend dazu auf, die Überwachung von Wildvögeln und Geflügel fortzusetzen und Kontrollmaßnahmen durchzuführen, um den Kontakt von Menschen mit infizierten oder toten Vögeln zu verhindern. Sie empfahl zudem, in den Hochrisikogebieten die Risikominderungs- und Biosicherheitsmaßnahmen gemäß der jüngsten Durchführungsverordnung der EU-Kommission umzusetzen.

Niedersachsen bisher wenig betroffen

In Niedersachsen sind die Folgen der Infektionswelle durch Wildtiere bisher überschaubar. 

Die niedersächsischen Profi-Geflügelhalter bereiten sich auf eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe vor, sehen sich aber nach den Erfahrungen der vergangenen Epidemie vor vier Jahren gut gerüstet. Die Hygienestandards seien deutlich verbessert worden, so der Geschäftsführer des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes.

Dennoch steigt auch hier die Gefahr. Bislang wurde der für Tiere hochansteckende Virus in Niedersachsen bei 21 toten Wildvögeln nachgewiesen, die in den Kreisen Aurich, Cloppenburg, Cuxhaven, Diepholz, Harburg, Leer, Wesermarsch und Wittmund sowie den Städten Emden und Wilhelmshaven gefunden wurden. Im Landkreis Aurich wurde Mitte November in einer Hobbyhaltung H5N8 nachgewiesen. Küstennahe Regionen und solche mit einem hohen Geflügelbestand gelten als gefährdet. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern waren bereits größere Legehennenhaltungs- und Putenbetriebe betroffen.

Um die Ansteckung von Hausgeflügelbeständen zu vermeiden, gilt inzwischen in 25 Landkreisen und Städten sowie dem Land Bremen die Aufstallpflicht. Ab morgen (1. Dezember) gilt auch im Landkreis Lüneburg die Aufstallpflicht. 

Mit Material von AgE, dpa, uelzener presse

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