Milchprodukte sind hochwertige und gesunde Lebensmittel.

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Laura Schneider | am

Berliner Milchforum: Zwischen Marktrealität und Verbraucherwunsch

Die Milchbranche steht vor vielen Herausforderungen. Welche Chancen sie hat, diskutierten Branchenvertreter beim 11. Berliner Milchforum.

Wo steht die Milchwirtschaft zwischen Marktrealität und Verbraucherwunsch? Darum ging es vergangene Woche beim digitalen Berliner Milchforum mit rund 400 Teilnehmern.

Ein Thema war die wirtschaftliche Situation der Betriebe. Wie schwer die Marktrealität die Milchbäuerinnen und -bauern zurzeit trifft, schilderte Milchviehhalterin Andrea Rahn-Farr aus Hessen. Die Milchbauern könnten bei stabil zu niedrigen Preisen die zusätzlichen Anforderungen und Auflagen nicht mehr erfüllen.

„Man fühlt sich in die Zange genommen: Immer mehr Kosten und Auflagen, aber der Milchpreis ist auf niedrigem Niveau festgetackert. Branche und Politik müssen reagieren, sonst ist in fünf bis zehn Jahren Ende für viele Tierhalter.“

 

Mehr Tierwohl umsetzen und finanzieren

Laut Albert Stegemann, agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Milchviehhalter in der Grafschaft Bentheim, hat die Politik erkannt, dass etwas geschehen muss und ist entschlossen, die Pläne der Borchert-Kommission umzusetzen.

„Borchert ist eine große Chance. Aber wir müssen das gemeinsam mit den Bauern richtig umsetzen.“ Dazu seien im Hinblick auf das EU-Wettbewerbsrecht, die (langfristige) Finanzierung sowie Emissions- und Baurecht noch einige Fragen zu klären und Kompromisse nötig.

Lebensmittel Milch – vom Musterschüler zum Problemfall

Auch über das Image der Milch diskutierten die Teilnehmer des Milchforums. Kulturwissenschaftler Prof. Gunther Hirschfelder (Universität Regensburg) beleuchtete den Weg der Milch „vom Musterschüler zum Problemfall“.

Früher war sie als gesundes, vitamin- und eisenhaltiges Lebensmittel bekannt, heute werde sie kritisch betrachtet, vor allem in den sozialen Medien. Trotzdem sieht Hirschfelder viele Chancen für Milchprodukte:

  • Als „Snacks“ (kleine Portionen, zum Trinken, für unterwegs) kommen sie dem Trend zu kleineren Mahlzeiten und mehr Singlehaushalten entgegen.
  • Im Fitnessbereich unterstützen sie das Wunschbild des gesunden, widerstandsfähigen Körpers.
  • Sie sind günstig, aber fitnessfördernd und sprechen die wachsende Gruppe preissensibler Kunden an, die sich gesund und bewusst ernähren wollen.
  • Der Trend zu weniger Fleischkonsum kann zu Eiweißmangel führen und es gibt kaum Produkte, um diesen Mangel zu beheben, außer Milch.
  • Milch ist nachhaltiger als manche Alternativen.

Zeigen, was Milch kann

Die Branchenkommunikation Milch, die noch im Frühjahr beginnen soll, könnte dazu beitragen, diese Vorteile der Milch zu verbreiten.

Unter dem Titel „Das weiße Wunder“ soll sie selbstbewusst zeigen, was Milch kann, erklärte Dirk Benninghoff, Chefredakteur der beteiligten Kommunikationsagentur fischerAppelt. Dabei seien sowohl Fachwissen als auch Emotionen und Geschichten nötig.

Milchmarkt: Optimistischer Blick auf 2021

Der Erzeugerpreis für konventionelle Milch lag 2020 bei 32,9 Cent/kg und damit 0,8 Cent niedriger als im Vorjahr, berichtete der Vorsitzende des Milchindustrie-Verband (MIV), Peter Stahl, bei der Pressekonferenz im Vorfeld des Milchforums.

Angesichts der Pandemie sei das ein gutes Ergebnis, aber es sei auch klar, dass die Preise höher liegen müssen. Dem Jahr 2021 blickt Stahl diesbezüglich optimistisch entgegen, denn die Signale für ein höheres Preisniveau seien positiv.

Den ausführlichen Bericht zum Berliner Milchforum lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 10/2021. 

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