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Dr. Konstanze Ruppert, LWK Niedersachsen | am

Biosicherheit: Umzäunungen von Schweineställen, worauf ist zu achten?

Durch die ASP ist nicht nur der Zaunbau um die ASP-Kernzone wichtig. Auch der eigene Betrieb muss geschützt werden.

Die Afrikanische Schweinepest, ASP, ist in Deutschland angekommen. Nahe der Grenze zu Polen wurde vor drei Wochen ein mit ASP infizierter Wildschweinekadaver gefunden. In diesem Gebiet liegen auch etliche Hausschweinebestände, die zurzeit auf das ASP-Virus und ihre Biosicherheit kontrolliert werden.

Aber auch hiesige Schweinehalter sind dringend aufgefordert, ihren Betrieb gegen eine Einschleppung des ASP-Virus zu schützen. Ein wichtiger Punkt dabei ist eine Einfriedung der Schweinehaltung. Eine solche Einfriedung ist für größere schweinehaltende Betriebe vorgeschrieben, sie ist aber auch für kleinere Betriebe sinnvoll. Gesetzliche Grundlage ist die Schweinehaltungshygiene-Verordnung.

Welche Betriebe müssen Zäune errichten?

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  • Reine Zuchtbetriebe mit mehr als 150 Sauen verpflichtet, ihren Betrieb einzuzäunen.
  • Das Gleiche gilt für Mastbetriebe mit mehr als 700 Mastschweineplätzen und für gemischte Betriebe (Zucht und Mast) mit mehr als 100 Sauen. Bei Letzteren können die Mastschweine in Sauen umgerechnet werden, sieben Mastschweine entsprechen einer Sau.

Was muss auf dem Betrieb eingezäunt werden?

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  • Für die Einfriedung gilt das Standortprinzip: Alle Schweineställe auf einer Hofstelle gehören zu einer seuchenhygienischen Einheit, egal um wie viele VVVO-Nummern es sich dabei handelt.
  • Weiter entfernt liegende Ställe des Bestandes gelten als eigene Einheit.
  • Alles, was mit der Schweinehaltung zu tun hat. Dazu gehören also die Schweineställe selbst mit den dazugehörigen Gebäudeteilen wie zum Beispiel Hygieneschleusen. Dazu gehören ebenso Rampen, Futtersilos, CCM-Silos, Einstreulager, Mistlagerstätten sowie die Wege und Flächen zwischen den Ställen.
  • Die Stallaußenmauern können als Teil der Einfriedung angesehen werden, wenn sie geschlossen sind.
  • Ausnahmen von der Einfriedungspflicht gibt es nur, wenn etwa eine öffentliche Straße durch das Betriebsgelände führt. Dann muss jeder Teil separat eingezäunt werden und gilt als eigener Betrieb, mit allen Konsequenzen hinsichtlich der Schweinehaltungshygiene-Verordnung. 

Wie muss die Einfriedung um die Schweinehaltung beschaffen sein?

  • Nach den Ausführungsvorschriften zur Schweinehaltungshygiene-Verordnung kann ein ca. 150 cm hoher, engmaschiger Drahtzaun als ausreichend angesehen werden, wenn keine Tiere, auch kein kleines Wild wie zum Beispiel Frischlinge, in den Betrieb gelangen können.
  • Diese Kriterien müssen auch die Tore erfüllen: Sie müssen geschlossen sein und dürfen nur bei Bedarf geöffnet werden.
  • Es darf kein unbefugter Personen- und Fahrzeugverkehr möglich sein und das Eindringen von Wildschweinen muss verhindert werden.
  • Ein guter Zaun besteht zum Beispiel aus Doppelstabmatten oder Maschendraht, auch ein Wildzaun (Knotendrahtzaun) ist geeignet, wenn er unten engmaschig ist. Diese Zäune müssen stabil errichtet sein und sollten zum Beispiel durch Bodenanker oder Eingraben gegen Unterwühlen geschützt sein. 

Welche Zaunbauvorgaben gelten für die Auslauf- und Freilandhaltung von Schweinen?

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  • Für eine Freilandhaltung ist ein doppelter Zaun im Abstand von 2 m vorgeschrieben, wobei der innere Zaun aus mehreren stromführenden Litzen bestehen kann.
  • Der äußere Zaun muss mindestens ein 1,50 m hoher Wildzaun sein.
  • Da die Freilandhaltung von Schweinen genehmigungspflichtig ist, sollte man sich schon im Vorfeld absprechen, zumal es regionale Unterschiede geben kann.
  • Für die Auslaufhaltung ist ebenfalls eine doppelte Einzäunung vorgeschrieben.

Was ist für die Kadaverlagerung zu beachten?

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  • Der Standort für die Kadaverlagerung bzw. der Übergabestelle sollte stallfern, aber noch auf dem Betriebsgrundstück liegen.
  • Ideal ist es, wenn sich die Kadaverlagerung in die Einzäunung integrieren lässt. Man kann sie dann von der Betriebsseite befüllen, die Abholung erfolgt von der Außenseite und es gibt keine sich kreuzenden Wege.
  • Der Container kann auch auf der Innenseite der Einzäunung stehen und mit dem Kran des VTN- Fahrzeugs über den Zaun gehoben und entleert werden.

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