Landwirt zeigt auf Technik im Stall

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Christel Grommel | am

Blackout: Wie Tierhalter sich vorbereiten können

Die Nutztierhaltung ist zunehmend auf eine sichere Stromversorgung angewiesen. Was tun, wenn ein Blackout kommt?

Die Landwirtschaft kann auf Energie nicht verzichten: Melken, füttern, Ställe heizen. Viele dieser Prozesse sind automatisiert und digitalisiert. Das bedeutet, dass der Strom fließen muss. Schon kleinere Störungen der Technik können zu einer großen Gefahr für die Tiere werden, beispielsweise, wenn die Lüftungsanlage ausfällt. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) schreibt daher Vorkehrungen hinsichtlich verschiedener Ausfälle der Stalltechnik vor.

„Tierhaltende Landwirte haben fast alle Notstromaggregate auf ihren Höfen, so dass sie im Fall eines Blackouts autark wären“, erläutert Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr. Viele würden seit Beginn der Energiekrise vermehrt in Technologien investieren, die von Stromausfällen unabhängiger machen. 

Mit der Thematik Blackout befassen

Löhr weist auf ein Problem hin, das trotzdem bestehen könnte: Eine Dunkelflaute. Gemeint ist damit ein längerer Zeitraum, in dem die Sonne wenig oder kaum scheint und zugleich wenig oder gar kein Wind weht. Der Stromertrag aus Windkraft oder aus Photovoltaikanlagen kann dann stark absinken. 

Der Landwirt hat selbst eine Hähnchenmast in Wolfenbüttel und ruft seine Berufskolleginnen und -kollegen daher auf, sich mit der Thematik Blackout zu befassen und vorzusorgen. Er betont, keine Panik verbreiten zu wollen - sich zu informieren und gegebenenfalls zu handeln, könne aber sinnvoll sein. 

Was ist, wenn der Strom fehlt?

Fällt der Strom über mehrere Tage flächendeckend aus, ist ein Notfallszenario da. Sind dann die geforderten Strukturen ausreichend, um Nutztiere in Stallhaltungen vor den Auswirkungen eines solchen Ausfalls zu schützen?

Antworten gibt die Broschüre „Handlungsempfehlungen zur Vorbereitung nutztierhaltender Betriebe auf einen Blackout“. Erstellt wurde diese von Isabel Zylka und Nicole Kemper, Tierärztliche Hochschule Hannover. Sie gibt einen Einblick in Folgen eines Blackouts und Handlungsempfehlungen, wie sich landwirtschaftliche Betriebe auf großflächige Strom- und Infrastrukturausfälle vorbereiten können.

Betriebe können anhand der Empfehlungen eigenständig Notfallkonzepte erstellen. Dazu sollten zunächst alle auf dem Betrieb vorhandenen Prozesse analysiert werden. Mithilfe von Fragen in der Broschüre können dann passgenaue Lösungen für die Betriebe erarbeitet werden. Wichtig ist auch, Notfallpläne regelmäßig zu aktualisieren, wird in der Broschüre geraten. 

Mit Material von LPD, BRS
Die Polizei hat Ermittlungen zur Manipulation einer Lüftungsanlage aufgenommen. 30.000 Hühner erstickten im Stall.

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