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Maren Diersing-Espenhorst | am

Ein Brief für Umweltminister Lies

Pferde- und Weidetierhalter überreichten Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies vergangene Woche einen Brief. Das Thema: Der Wolf und die dringend nötigen Schutzmaßnahmen - vor allem auch für private Pferdehalter.

Wolfsabweisende Zäune sind das Thema eines Briefes, den Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies vergangene Woche in Hannover erhielt. Geschrieben wurde er von der Interessengemeinschaft Weidetierhalter Immensen (IWI) und der Bürgerinitiative Wolfsfreie Dörfer, die Unterstützung für die Errichtung dieser Zäune fordern. Privatpersonen erhielten zwar eine Förderung für Zäune, aber eine Inanspruchnahme scheitere an der Baugenehmigung laut § 35 des Baugesetzbuches.

Keine Genehmigung

Gaby Depenau hält auf ihrem Betrieb in Dedenhausen in der Region Hannover zirka 150 Pferde und Ponys. "Etwa 100 unserer Tiere sind draußen", berichtet die Pferdehalterin. "Dazu stehen uns etwa 80 ha Weidefläche zur Verfügung."

Als gewerbliche Halterin bekommt sie eine Genehmigung für Zäune und eine Förderung. "Private Pferdehalter erhalten keine Genehmigung", betont sie. "Deshalb sind wir hier. Denn das Thema geht uns alle an. Der Wolf bedroht private und gewerbliche Pferdehalter wie auch Schaf- und Rinderhalter."

Gemeinsam mit etwa 70 Gleichgesinnten hat sie sich vor dem Landtag in Hannover eingefunden, während im Plenarsaal über den Antrag der FDP "Wolfspopulation regulieren – Kulturgut Schäferei erhalten" abgestimmt wird. Hermann Grupe (FDP) forderte umgehend ein wirksames Wolfsmanagement, um die Zahl der Wölfe in Niedersachsen zu begrenzen. Lies betonte, dass der Schutz der Schäfer in der Wolfsverordnung berücksichtigt sei. Als "verantwortungslos" bezeichnete der Förderverein der Deutschen Schafhaltung die Ablehnung des FDP-Antrags. "Seit Jahren fordern wir ein aktives Wolfsmanagement und eine wirksame Gefahrenabwehr", stellte Wendelin Schmücker, der Vorsitzende des Fördervereins, klar.

Auf Nachtwache

"Wir rennen der realen Entwicklung hinterher", gestand Lies ein, als er den Brief von Jan-Niclas Grobe und seiner Mutter Nadine entgegennahm. "Wir müssen bei Rissen schneller handeln können."

Dem stimmen Gaby Depenau und ihre Mitstreiter zu. Depenau berichtet, dass sie und weitere Pferdehalter in ihrem Ort sich organisiert haben. Sie kontrollieren nachts die Herden. In ihrer Pferdeherde gab es noch keinen Wolfsriss.

"Aber 800 m von unserer Fohlen- und Stutenweide entfernt wurde ein Fohlen gerissen und eine Stute getötet", so die Niedersächsin. Deshalb habe sie ihre Fohlenweide mit wolfsabweisenden Zäunen geschützt. Diese Herdenschutzmaßnahmen hält sie aber nicht für ausreichend. "Aber wir müssen diese Zäune nachweisen können, um im Schadensfall überhaupt eine Entschädigung zu bekommen", sagt die Pferdehalterin.

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