Jungbullen in einer Rindermast
Janina Schuster | am

Bullenmast: Es wird immer enger

Die Rinderhaltung ist derzeit nicht wirtschaftlich. Das liegt auch an Corona und immer höheren Investitionen durch Tierwohl-Auflagen.

"Durch Tierwohl-Auflagen und weitere Reglementierungen, die nach Empfehlungen der Borchert-Kommission zu erwarten sind, wird unsere Arbeit in der Haltung nicht leichter", erklärt der Landvolk-Vorsitzende Martin Lüking nach einer virtuellen Sitzung des Rindfleischausschusses. Es sei derzeit schwer, kostendeckend zu arbeiten. Die Preise für bestimmte Haltungsstufen von Jungtieren seien unzureichend erhöht worden, Futtermittel dagegen extrem teuer. Das alles mache Bauern zu schaffen.

Corona lässt Absatz herunterfahren

Die Entwicklung hat vielfältige Gründe. Corona ist einer davon. Die fehlende Abnahme von Qualitätsfleisch in der gehobenen Gastronomie und der nicht vorhandene Absatz im Gastgewerbe und den Kantinen insgesamt haben sich negativ auf die Landwirte ausgewirkt. Dr. Albert Hortmann-Scholten, Unternehmensbereichsleiter bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen beschreibt dies als "Lockdown-Effekt".

Verbrauchernachfrage bleibt stabil

"Dennoch blicken wir mit Zuversicht in das Preisjahr 2021", sagt Hortmann-Scholten, denn "die Nachfrage nach Rindfleisch ist sehr zufriedenstellend". Besonders Hackfleisch war bei Verbrauchern beliebt, auch gemischtes. Er ist gespannt, ob diese Nachfrage auch anhält, wenn die Pandemie das Essen in Restaurants, Kantinen und Gasthäusern wieder erlaubt.

30-Jahres-Tief erreicht

Derzeit gibt es noch 11,5 Millionen Rinder in Deutschland. So wenig wie in den letzten 30 Jahren nicht. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Rind- und Kalbfleisch ist jedoch sowohl in Deutschland, als auch in der EU etwa gleichbleibend und liegt bei knapp 14 Kilogramm im Jahr. Anders dagegen sieht es bei den Rindfleischimporten aus der EU aus. Sie sind im Jahre 2020 gesunken. Belgien traf dieser Trend besonders: das Land lieferte ein Viertel weniger Rindfleisch. Doch auch aus Argentinien, Brasilien und Uruguay wurde deutlich weniger Fleisch importiert.

Es wird bis 2025 mit weiter sinkenden Beständen in Deutschland gerechnet. Auch wenn die Nachfrage in der EU stabil bleibt und Asien wegen der Afrikanischen Schweinepest mehr Rindfleisch importieren wird. Künftige Tierwohlauflagen verlangen höhere Investitionen für Mäster, da "mehr Platz pro Bulle" vorzuhalten sei.

Mit Material von LPD
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