Landwirts-Paar zwischen Schweinen im Stall
Janina Schuster | am

CeresAward 2021: Torsten Deye setzt auf Tierwohl im Stall

Die Marschrichtung im Stall von Familie Deye ist klar: alles für das Tierwohl. Diesen Gedanken hat sich der Schweinehalter groß auf die Fahne geschrieben und wird nun mit einer Nominierung für den Ceres Award belohnt.

Im Landkreis Oldenburg befindet sich der Betrieb von Torsten Deye. Zusammen mit seiner Frau Kerstin betreibt der Landwirt in Haschenbrok einen verhältnismäßig kleinen Bauernhof. 80 Sauen, 700 Mast- und 500 Ferkelaufzuchtplätze bietet Deye dort an. Die „Haschenbroker Landschweine“ gehen nach dem Schlachten an die Fleischerei Meemken Wurstwaren und werden dort zu Gourmetfleisch verarbeitet und unter dem Logo Bauer & Metzger vertrieben. Das Logo fasst zusammen, was es auch tatsächlich bedeutet, denn die Zusammenarbeit zwischen der Metzgerei und dem Bauern ist eine Persönliche. Man kennt sich gut.

Innovation macht mehr Arbeit

Der kleine Hof profitiert von diesem Geschäft, liefert allerdings auch ordentlichen Mehrwert, den Metzgerei und Kunden zu schätzen wissen und dementsprechend honorieren. Denn Deye hält seine Schweine unter strengen Tierwohl-Gesichtspunkten und das aus Überzeugung. Die Ferkel in der Aufzucht haben doppelt so viel Platz wie vorgeschrieben, liegen auf festen Liegeflächen und Stroh, behalten ihre Ringelschwänze und fressen GVO-freies Futter. Torsten Deye ergänzt: "Wir arbeiten viel mit Außenklimareizen." Auch deshalb hat er den neuen Sauenstall komplett offen gebaut. Mit dieser Innovation geht jedoch auch eine deutliche Steigerung des Arbeitspensums einher. "In diesem Jahr bilden wir unseren 10. Auszubildenden aus und haben zusätzlich zur Familie noch eine Vollzeitarbeitskraft angestellt", sagt Deye. Nicht ohne Grund, denn es haben alle "stramm zu tun", sagt der Landwirt. Vor allen Dingen die Stroheinstreu sei ein enormer Mehraufwand.

Mit eigenen Ideen zu mehr Leistung

Zum Abferkeln gehen die Sauen seit zwei Jahren in große Bewegungsbuchten, manchmal sogar zusammen mit weiteren Tieren. Deye erzählt, dass das gut klappe, obwohl er zuvor mit mehr Ferkelverlusten gerechnet habe. Nun sei er froh, dass das Gegenteil eingetreten ist. "Die Leistung hat sich deutlich verbessert," sagt er nicht ohne etwas Stolz in der Stimme, denn die Buchten hat er selbst entwickelt. Er sei stetig am experimentieren, wie das Tierwohl noch mehr verbessert werden könne. Auch in seinen anderen Ställen hat er hauptsächlich eigene Ideen verbaut.

Belohnung für Engagement

Für diese Kreativität rund um das Thema Tierwohl und sein Engagement dahinter wurde er nun für den CeresAward nominiert. Für Deye ist es der Schritt zur zweiten Ehrung. Ihm wurde bereits der Innovationspreis Tierwohl der Initiative Tierwohl verliehen. Der CeresAward ist der nächste Schritt. Ob er auch diesen mit nach Hause nehmen kann, entscheidet sich nach dem vierstündigen Besuch der Jury auf dem Hof der Deyes.

Mit Material von LPD
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