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Renate Bergmann | am

Checkliste: Was Landwirte bei der Impfung von Hennen beachten sollten

Legehennen können gut über das Tränkwasser geimpft werden. Was Landwirte für den Impferfolg unbedingt beachten sollten, verrät Dr. Jonathan Herberholz aus Lohne.

Eine Impfung über das Tränkwasser wird in der Geflügelhaltung schon lange erfolgreich praktiziert. Ein wichtiger Vorteil:

  • Die lokale Immunität wird stark stimuliert und zwar an der natürlichen Eintrittspforte der Erreger. Das stellt eine erste wirksame Barriere zur Abwehr einer Infektion dar.

Wichtig ist dabei, dass der Impfstoff einen möglichst hohen Prozentsatz der Tiere in ausreichender Dosis erreicht. Auf diese Weise kann sich der Impferreger im Tier entsprechend vermehren und hierüber zu einer belastbaren Immunisierung der Hühner führen.

Ungleiche Verteilung der Impferreger vermeiden

Für den Erfolg einer Tränkwasserimpfung ist es entscheidend, ungünstige Bedingungen bei der Durchführung zu vermeiden. Diese können zu ungleichmäßiger Verteilung der Impferreger im Bestand führen und auch deren Überlebensfähigkeit stark herabsetzen.

Abzuraten ist auf jeden Fall von einer Impfung in Stresssituationen. Diese sind zum Beispiel bei großer Hitze, direkt nach Umstallungen oder in einer Krankheitssituation gegeben.

Sind die Legehennen impffähig?

Vor einer Tränkwasserimpfung muss die Impffähigkeit einer Herde vom Bestandstierarzt beurteilt werden. Das ist gemäß Tierimpfstoff-Verordnung vorgeschrieben, wenn ein gewerbs- bzw. berufsmäßiger Tierhalter die Impfung in seinem Auftrag durchführt. In Deutschland  ist das üblich.

Ebenso ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass nach der Impfung durch den Tierhalter der Bestandstierarzt die Herde auf eventuell auftretende Nebenwirkungen hin zu untersuchen hat.

Was Sie zur Impfung Ihrer Legehennen beachten sollten

Nachfolgen haben wir alle wichtigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Impfung in einer Checkliste zusammengefasst:

  • Impffähigkeit der Herde überprüfen.
  • Wassersanierungsmaßnahmen mindestens zwei Tage vorher absetzen.
  • Frühe Morgenstunden für Impfung nutzen.
  • Ein- bis zweistündige Durstphase in Boden-/Kleingruppenhaltungen vor der Impfung einplanen.
  • Immer kaltes Wasser verwenden.
  • Impfstabilisator verwenden.
  • Nur bei sauberem Tränkwasser impfen.
  • Stall verdunkeln, bis Impfstofflösung in die Tränkelinien eingespült ist.
  • Vitamine A/D/E bzw. A/D/E + C über 24 Stunden nach der Impfung geben.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 42/19.

Mit Material von Dr. Jonathan Herberholz, Lohne

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