Schweinefleisch
Christel Grommel | am

China verbietet Import von deutschem Schweinefleisch

Wie befürchtet hat China nach dem Bekanntwerden eines ersten Falls von ASP in Deutschland ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch verhängt.

Dies berichtete die chinesische Zollverwaltung. Alle Lieferungen von Fleisch und Produkten von Schweinen oder Wildschweinen sollen zerstört oder zurückgeschickt werden. Alle Lieferungen, die vorher geschickt worden seien, sollen verschärft untersucht werden, bevor sie freigegeben werden.

China ist der größte Konsument von Schweinefleisch weltweit und auch der größte Abnehmer für deutsche Exporte. Da es seit Ende 2018 selbst gegen einen massiven Ausbruch der Schweinepest kämpfen muss, hat das Land strenge Maßnahmen ergriffen. Weit mehr als 100 Millionen Tiere sind im vergangenen Jahr in China verendet oder mussten notgeschlachtet werden.

Das Bundesagrarministerium will sich weiter für Handelsmöglichkeiten einsetzen. Man bleibe mit der chinesischen Regierung weiterhin im Gespräch, um eine Regionalisierungs-Vereinbarung zu erreichen. Dies zielt darauf, Einfuhrstopps für Lieferungen aus Deutschland wegen der Schweinepest nur auf Betriebe aus betroffenen deutschen Regionen zu beschränken. Das Ministerium bestätigte, dass es eine Mitteilung des Importverbots durch die chinesische Seite gibt.

Das Ministerium spricht nach eigenen früheren Angaben mit mehreren Nicht-EU-Staaten über weitere Handelsmöglichkeiten.

Das Verbot kommt nicht unerwartet und bestätigt eine der größten Sorgen der Schweinehalter und der Fleischwirtschaft. 

Bauernverband: Einfuhrstopp bereitet Sorge

DBV-Präsident Joachim Rukwied: "Der Exportstopp für China macht uns große Sorge."

Man begrüße es sehr, dass die Bundesregierung intensive Gespräche mit China über eine Regionalisierung von Beschränkungen führe. Es müsse wenigstens mittelfristig möglich sein, dass aus Schweinepest-freien Gebieten in Deutschland weiter Schweinefleisch geliefert werden könne. Beim Bauernverband hofft man damit doch noch auf Handelsmöglichkeiten.

Es gelte jetzt alles zu tun, um die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen zu bekämpfen und eine Ausbreitung zu verhindern, betonte Rukwied. Bundesweit setzten Landwirte auf wirksame Schutzvorkehrungen.

FDP-Agrarpolitiker Karlheinz Busen nannte das Importverbot "eine riesige Katastrophe für die deutsche Landwirtschaft". Verhandlungen mit China hätten längst auf höchster Regierungsebene stattfinden müssen. Die Bundesregierung müsse den internationalen Handelspartnern beweisen, dass alles zur Eindämmung der Schweinepest getan werde.

Mit Material von dpa
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