Mastbullen auf Stroh
Laura Schneider | am

Coronakrise: Bullenmäster leiden unter niedrigen Preisen

Die Bullenpreise sind durch die geringe Nachfrage massiv gesunken. Schweinehalter können sich hingegen über stabile Preise freuen.

Zarte Filetsteaks, saftige Hamburger oder Wiener Schnitzel  die edlen Fleischteile des Rindes sind normalerweise in der Gastronomie beliebt. Derzeit sind sie allerdings nur wenig gefragt, berichtet der Landvolk-Pressedienst. „Das hat zu einem massiven Preisrutsch beim Verkauf von Jungbullen und Kühen geführt“, erklärt Dr. Albert Hortmann-Scholten, Geschäftsführer der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch.

Nach zwei Dürresommern sei das für die Landwirte ein großes Problem. Viele hätten infolge der Trockenheit sogar Grundfutter wie Silage teuer zukaufen müssen.

Verluste beim Bullenverkauf

Wir legen bei jedem Bullen, der im Moment vom Hof geht, 150 Euro dazu“, sagt Martin Lüking, Vorsitzender des Rindfleischausschusses im Landvolk Niedersachsen. Der Landwirt aus Steimbke im Landkreis Nienburg hat wie viele andere Mäster einen Teil seiner Bullen für das Ostergeschäft gemästet. Er ist enttäuscht, dass Supermärkte sogar in diesen Zeiten mit Lockangeboten für Fleisch werben.

Auch Milchviehhalter, die den Verkauf von Kühen einkalkuliert haben, müssen laut Landvolk-Pressedienst Einbußen hinnehmen. Gerade Kuhfleisch war in der Systemgastronomie gefragt, zum Beispiel bei McDonalds. Der Export von Kuhhälften nach Italien und Spanien ist durch die massiven logistischen Probleme infolge der Corona-Krise ebenfalls zusammengebrochen.

Lichtblick auf dem Schweinemarkt

Um auf den Quarantänefall vorbereitet zu sein, greifen Verbraucher lieber zum preisgünstigeren Hähnchenfleisch oder dem Würstchen in der Dose. Auf dem Schweinemarkt werden durch die vielen Betriebsaufgaben in den vergangenen Jahren derzeit drei bis vier Prozent weniger Schweine angeboten als noch im Vorjahr. Daher habe die erhöhte Nachfrage hier zu stabilen Preisen geführt.

„Das ist ein kleiner Lichtblick“, sagt Hermann Kruse vom Vieh- und Fleischhandelsverband Niedersachsen. Neben der guten inländischen Nachfrage wachse auch in China, Korea und Japan wieder das Interesse an deutschem Schweinefleisch. „Der Warenstrom nach Asien war abgerissen, weil die Kühlcontainer vor Ort wegen der Corona-Krise nicht entladen werden konnten“, erläutert Hortmann-Scholten. Sollte Deutschland von der Afrikanischen Schweinepest verschont bleiben, könnte der Schweinepreis sogar noch weiter steigen.

Mit Material von Landvolk-Pressedienst

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