Huhn in Freilandhaltung
Anne-Maria Revermann | am

Coronavirus: Schweine und Hühner nicht empfänglich

Laut neusten Studien des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) sind Flughunde und Frettchen für das Coronavirus empfänglich, Schweine und Hühner nicht.

Mit dem Coronavirus sars-cov-2 trat vor rund drei Monaten in China ein ursprünglich vermutlich aus Fledermäusen stammendes, neues zoonotisches Coronavirus beim Menschen auf, das zu einer Pandemie führte. Das FLI begann vor wenigen Wochen mit Infektionsstudien in Schweinen, Hühnern, Flughunden und Frettchen. Erste Ergebnisse zeigen, dass Flughunde und Frettchen empfänglich für eine Infektion mit dem Coronavirus sars-cov-2 sind, Schweine und Hühner hingegen nicht.

Insbesondere die Empfänglichkeit von Frettchen sei ein wichtiger Befund, da sie als Modelltiere für die Infektion des Menschen zur Erprobung von Impfstoffen oder Medikamenten eingesetzt werden könnten.

Frettchen sind gutes Modell für Menschen

In den Infektionsstudien wurde den Tieren das Coronavirus sars-cov-2 in die Nase verabreicht, um den natürlichen Infektionsweg beim Menschen über den Nasen-Rachenraum nachzuahmen. Nilflughunde, die zu den Fledertieren gehören, wurden getestet, um Kenntnisse über die vermutete Reservoirfunktion von Fledermäusen zu erlangen. Diese Tiere konnten zwar infiziert werden, zeigten aber keine Krankheitssymptome und steckten Artgenossen nicht effizient an.

Da das Coronavirus sars-cov-2 sich vor allem im Atmungstrakt vermehrt, könnten sich Frettchen als Modell auch für diese Infektion eignen. Nach solch einem Tiermodell, das die Infektion des Menschen widerspiegelt, wird derzeit weltweit dringend gesucht.
 

Hilfreich bei Erprobung von Impfstoffen

Die Versuche des FLI zeigen, dass sich Frettchen effizient mit dem Coronavirus sars-cov-2 infizieren lassen, das Virus gut vermehren und es auf Artgenossen übertragen. Die Tiere vermehrten das Virus hauptsächlich in den oberen Bereichen des Atmungstraktes, zeigten dabei aber keine Krankheitssymptome. Damit steht ein Infektionsmodell zur Verfügung, das bei der Erprobung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus sars-cov-2 helfen könnte.

Nutztiere sind besonders in Kontakt mit dem Menschen. Daher wurden auch Schweine und Hühner auf Empfänglichkeit für das Coronavirus sars-cov-2 getestet. Es zeigte sich, dass weder Schweine noch Hühner als empfänglich für eine Infektion sind. Nach jetzigem Kenntnisstand sind sie also vom Virus nicht betroffen und stellen demnach kein potentielles Risiko für den Menschen dar.

Die komplette Auswertung aller Versuchsreihen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, mit den Endergebnissen ist Anfang Mai zu rechnen.

Mit Material von FLI
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