Kühe werden gemolken
Anne-Maria Revermann | am

Coronavirus: Sinkende Milchpreise machen Bauern nervös

Milchbauern kommen sinkende Preise zu, obwohl Bürger derzeit rekordverdächtige Mengen an Milch und Milchprodukten kaufen.

Die Corona-Krise führt zu Verwerfungen auf dem Milchmarkt. Molkereien haben Mühe, die stark gestiegene Nachfrage in den Supermärkten zu bedienen, der Export gerät ins Stottern, das Geschäft mit der Gastronomie und gewerblichen Kunden ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Auf die Milchbauern kommen deswegen sinkende Preise zu, obwohl die Bürger derzeit rekordverdächtige Mengen an Milch und Milchprodukten kaufen.

Geänderte Warenströme

Warenströme hätten sich innerhalb sehr kurzer Zeit extrem geändert, berichtet Hans-Jürgen Seufferlein, Direktor des Verbands der Milcherzeuger Bayern.
Im Inland seien die Aufträge des Lebensmitteleinzelhandels aktuell doppelt so hoch wie in einer normalen Woche um diese Zeit, so Oliver Bartelt, Sprecher des Deutschen Milchkontors (DMK).

 

Haltbare Milchprodukte sind gefragt

Kunden kaufen demnach vor allem haltbare Milch und Sahne sowie Butter und Käse. "Alle weiteren Segmente verzeichnen aber ebenfalls deutliche Anstiege - teilweise wird die dreifache Wochenmenge bestellt", sagte Bartelt.

Die aktuelle Liefermenge bei DMK liegt derzeit 40 Prozent über Durchschnitt. Doch die Gastronomie kaufe deutschlandweit quasi nichts mehr, und der Verkauf ins Ausland sei derzeit ebenfalls sehr schwierig.

Mit Material von dpa

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