Deckbullen im Stall, Mitarbeiter klettert durch Abtrenngitter
Christel Grommel | am

Deckbullen: Unfälle vermeiden

In der Rinderhaltung besteht eine erhöhte Gefahr für Unfälle, besonders der Deckbulle steht dabei im Fokus. Lesen Sie, was mit überarbeiteten Unfallverhütungsvorschrift gilt.

Im vergangenen Jahr wurden über 5.000 Menschen bei der Arbeit durch Rinder verletzt. In sechs Fällen endete das leider tödlich.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) will die Unfallzahlen mit der überarbeiteten Unfallverhütungsvorschrift senken. Die seit 1. April geltende Fassung der "Vorschrift für Sicherheit und Gesundheitsschutz Tierhaltung" (VSG 4.1) zielt unter anderem auf eine stärkere Trennung des Deckbullen von der Milchviehherde ab.

Diese Punkte müssen Sie beachten

  • Bullen separieren: Um die Arbeit in der Milchviehherde sicherer zu gestalten, ist es unabdingbar, den Deckbullen im Stall in einer separaten Bucht zu halten. Denn gerade hier muss der Tierbereich mehrmals am Tag betreten werden.
  • Beim Weidegang: Auch beim Weidegang sollte nach Möglichkeit der Deckbulle im Stall in der Bullenbucht bleiben. Geht der Deckbulle dennoch mit auf die Weide, damit brünstige Kühe auch während des Tages auf der Weide trächtig werden können, ist er bei der Rückkehr in den Stall wieder von der Herde zu trennen. Möglich und sinnvoll ist auch eine Kombination aus elektronischer Brunsterkennung und Haltung in einer Deckbullenbucht. Hier kann auf den Weidegang des Deckbullens verzichtet werden.
  • Fluchtmöglichkeiten bedenken: Wenn ein Deckbulle beispielsweise auf der Weide oder im Jungviehbereich mitläuft, darf die Herde nur in Begleitung von Helfern mit entsprechenden Kenntnissen betreten werden. Zusätzlich müssen Fluchtmöglichkeiten und stabile Treibhilfen vorhanden sein.
  • Anforderungen an die Deckbullenbucht: Spezielle Deckbullenbuchten mit direkter Herdennähe ermöglichen eine tiergerechte Haltung und erhöhen die Arbeitssicherheit. Wird die Bucht überlegt platziert, führt dies neben der stressfreien Abtrennung und Fixierung des Bullen auch zum sicheren Zu- und Abtrieb von Kühen. Die Einzelbuchten für Deckbullen im Milchviehstall müssen in stabiler Bauweise ausgeführt sein und über einen rutschfesten Bodenbelag, mindestens eine Fixiereinrichtung und mindestens eine Fluchtmöglichkeit (Personenschlupföffnung) verfügen.
  • Komplettbau oder Nachrüstung: Seit dem 1. April 2021 schreibt die VSG 4.1 vor, Deckbullen in Milchvieherden in einer separaten Bucht zu halten. Diese Regel war die Konsequenz aus der Unfallentwicklung in der Rinderhaltung. Bei Stallneubauten ist die Anforderung der VSG sofort umzusetzen, für die Integration in Altställen gilt eine Übergangsfrist von drei Jahren.

Ausnahmen beim Deckbulleneinsatz: Beim Jungvieh oder in der Mutterkuhherde muss der Bulle gemäß der VSG 4.1 nicht zwingend separat gehalten werden, denn in diese Tierbereiche muss der Halter nicht so oft in den direkten Kontakt treten.

Die SVLFG bietet sowohl bei Neu- als auch bei Umbaumaßnahmen eine kostenlose Bauberatung durch den Außendienst direkt vor Ort im Betrieb an. Die zuständigen Ansprechpartner finden Sie auf der Webseite der SVLFG.

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