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Ute Schiermeyer | am

Diepholz: Eigener Hofkäse aus der mobilen Käserei

Viktoria Möhlenhof verkauft hofeigenen Käse. Regionalität und Frische kommen bei den Kunden und Kundinnen gut an.

Es herrscht reges Treiben auf dem Möhlenhof. Viele Kunden kommen mit ihren Kindern oder Enkelkindern zum Einkaufen, denn auf dem Bauernhof gibt es für die Kleinen viel zu entdecken. Begeistert stehen sie vor einem Gehege mit Hühnerküken oder wollen die jüngsten Kälber streicheln. Besonders gern helfen die Kinder beim Füttern der Kühe. Sie haben sichtbar Spaß daran, mit Trettreckern oder kleinen Schaufeln das Futter heranzuschieben. „Die Kühe haben sich an den Trubel gewöhnt“, meint Viktoria Möhlenhof. Die junge Landwirtin freut sich, dass so viel Leben auf dem Hof ist.

Käse und andere Leckereien direkt vom Hof

Die Erwachsenen schauen unterdessen auf die Diele des 160 Jahre alten Niedersachsenhauses, wo der temporäre Hofladen aufgebaut ist. Hier kann man die leckeren Käsesorten des Möhlenhof-Käses gleich probieren. Es gibt halbfesten Schnittkäse nach Gouda-Art in verschiedenen Geschmacksrichtungen, etwa Natur, Drei Pfeffer, Tomate-Basilikum oder Chili. Wer es gern sehr herzhaft mag, greift zum 12 Wochen gereiften Hartkäse mit dem regionalen Namen „Kräftige Börde“. Zum Kundenliebling hat sich jedoch der leicht nussig schmeckende Bockshornklee-Käse entwickelt.

Seitdem Start des Hofverkaufs, den Viktoria Möhlenhof zusammen mit ihrer Mutter Heimke auf die Beine gestellt hat, kamen stetig weitere hofeigene Produkte hinzu. Es gibt selbstgemachte Marmeladen, Gelees und Feigensenf aus der Küche von Heimke Möhlenhof. In der letzten Obstsaison gab es leckere Säfte, und zu Ostern gehören auch Blumengestecke zum Angebot.

Fleisch von eigenen Rindern

Seit Februar 2022 werden auch Fleischpakete angeboten. Mettwürste und Burgerpatties werden aus dem Fleisch der eigenen Rinder gefertigt. „Wir lassen Kühe auch mit Fleischrind belegen, haben kürzlich eine Färse schlachten lassen“, erzählt Viktoria Möhlenhof, die sich freut, dass sie auf diese Art mehr Tiere am Hof halten und sie länger im Blick haben kann. „Die Färsen stehen im Sommer auf der Weide, wir lassen regional schlachten und verkaufen die Fleischpakete dann nach Anmeldung.“

Der Hofverkauf findet großen Anklang

Viktoria Möhlenhof gefällt, dass der Hofverkauf so großen Anklang findet. „Die Direktvermarktung habe ich schon immer favorisiert“, erklärt die junge Landwirtin. „Wir haben herausgefunden, dass der Verkauf einmal im Monat für uns total passend ist. Für eine Verkaufshütte sind wir zu weit ab vom Schuss und ein häufigerer Verkauf ist kaum zu schaffen.“ Was sie sehr schätzt, ist, dass die Leute über den Hof gehen, Einblick in ihre Arbeit haben und wenn Kinder in Berührung mit den Kühen kommen. Sie bekommt oft gutes Feedback. „Kunden erzählten mir, dass ihre Kinder abends zu ihnen sagten: Boah, ich habe heute ein Kalb gestreichelt!“, freut sich Viktoria Möhlenhof.

Der Käse wird in der mobilen Käserei gemacht

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Die Idee zur eigenen Käsevermarktung kam der jungen Frau während der Meisterausbildung. Nachdem sie 2017 das Studium der Agrarwissenschaften mit einem Master abgeschlossen hatte, stieg sie in den Betrieb ihres Vaters Cord Möhlenhof, auf dem 70 Kühe gehalten werden, mit ein. 2019 besuchte sie dann den Meisterkurs der Landwirtschaftskammer Nienburg. Sie schloss sich mit einem anderen jungen Meister zusammen, um „Heidis mobile Käserei“ aus Elsdorf gemeinsam zu engagieren. Mittlerweile kommt die Käserei von Stephanie Heidrich etwa alle sechs Wochen auf den Möhlenhof, um direkt vor Ort innerhalb von wenigen Stunden aus 1.400 Litern Milch etwa 140 kg Käse zu machen. 

Wissen, was drin ist

„Man weiß, wofür man die ganze Arbeit macht. Man hält die Milch in Form des Käses in der Hand, sonst verschwindet sie in der Masse in der Molkerei“, erzählt die junge Frau. „Für mich ist es ein richtig gutes Gefühl, zu wissen, dass ich regionale Produkte anbieten kann. Der Käse wird vor Ort produziert und abgefüllt. Unsere Milch hat sehr gute Inhaltsstoffe, das schmeckt man auch am Käse.“

Der Verkauf von handgefertigtem Käse, Fleischpaketen und leckeren Marmeladen hat sich mittlerweile über Bassums Grenzen hinweg herumgesprochen. „Wir ziehen immer größere Kreise“, freut sich die junge Landwirtin, die aber betont, dass der Verkauf regional bleiben soll. Einen Online-Hofladen gibt es dennoch seit Neuestem. Er soll Kunden den Einkauf erleichtern und hilft den Möhlenhofs, die Vorbestellungen besser zu koordinieren. Bestellungen können dann an den Verkaufstagen am Hof abgeholt werden.

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