Ein Warnschild vor der Vogelgrippe

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Anne-Maria Revermann | am

Dramatische Zahlen: Geflügelpest in Niedersachsen

Die Auswirkungen der Vogelgrippe in der Weser-Ems-Region seien katastrophal - und für viele Putenbetriebe existenzbedrohend.

Die Vogelgrippe-Zahlen in Niedersachsen sind dramatisch: Inzwischen sind insgesamt mehr als 350.000 Tiere getötet worden, um der aktuellen Verbreitung der Vogelgrippe (aviäre Influenza) entgegenzuwirken. Die Auswirkungen der Geflügelpest in Nutzgeflügelbeständen in der Weser-Ems-Region seien katastrophal, so die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Vor allem Puten im Schlachtalter

Mehr als 20 Ausbrüche des hochpathogenen Geflügelvirus H5N8 sind in Putenmastbetrieben in den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg, Vechta und Cuxhaven verzeichnet. Oftmals handelte es sich um Puten im Schlachtalter, aber auch jüngere Tiere waren betroffen.

Das hochansteckende Virus infiziert nicht nur Putenbestände: In Cloppenburg und auch im Landkreis Aurich wurden Pekingenten infiziert und gekeult. Im Landkreis Oldenburg hat eine Übertragung von einem infizierten Putenbetrieb auf eine Mastelterntierhaltung stattgefunden. Vor wenigen Tagen dann die Hiobsbotschaft: Auch ein Masthähnchenbetrieb ist betroffen, die insgesamt 72.000 Tiere mussten getötet werden.

Putenbetriebe teils zwei Mal betroffen

Besonders bitter ist die Tatsache, dass in einigen Putenbetrieben in Süd-Oldenburg bereits zum zweiten Mal gekeult werden musste, denn bereits der erste Ausbruch im Jahr 2016/2017 traf die Putenbranche in Niedersachsen erheblich.

Für viele Betriebe ist der diesjährige Ausbruch existenzbedrohend. Zwar haben die Betriebe in puncto Biosicherheit aus dem Pestgeschehen von 2016/2017 viel hinzugelernt; viele Expert/innen halten es für unwahrscheinlich, dass das Pestgeschehen durch vernachlässigte Sicherheitsmaßnahmen in die Ställe eingetragen wurde.

Doch trotz aller Biosicherheitsmaßnahmen: Offenställe, in denen Puten und auch Pekingenten überwiegend gehalten werden, können nicht hermetisch abgeriegelt werden, so ein Sprecher der Landwirtschaftskammer, „nur so ist zu erklären, dass das hochansteckende Virus von einem Stall zum anderen gelangen kann. Doch wie sich am 23. Januar die 34 Tage alten Tieren eines Hähnchenmastbetriebs mit dem Pestvirus infizieren konnten, ist unklar.“

Impfstoff gegen Vogelgrippe verboten

Zwar gibt es Impfstoffe gegen das Geflügelpestvirus – die Anwendung in Deutschland und der EU ist aber verboten. Denn diese Impfstoffe führen dazu, dass geimpfte und infizierte Tiere nicht mehr voneinander unterschieden werden können:

Beide Gruppen weisen Antikörper gegen das Virus auf. Daher wurde das Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit von der Bundesregierung gebeten, einen sogenannten Marker-Impfstoff zu entwickeln. Anhand dieses Präparats mit gentechnischen Markierungen lässt sich dann erkennen, ob ein Tier krank oder geimpft ist.

 

Mit Material von LWK
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