Die weltweite Verfügbarkeit von Rohstoffen und der globale Warenverkehr sind Voraussetzungen, um die Tierernährung uneingeschränkt sicherzustellen.
Laura Schneider | am

DVT-Jahrespressekonferenz: Globaler Warenverkehr ist unverzichtbar

Auch in der Coronakrise ist es gelungen, die Futtermittelversorgung sicherzustellen. Voraussetzung ist, dass Rohstoffe global verfügbar sind.

Die Mischfutterproduktion hat nach Angaben des Deutschen Verband Tiernahrung (DVT) 2020 trotz aller Herausforderungen ein gutes Ergebnis verzeichnet.

DVT-Präsident Jan Lahde betonte bei der digitalen Jahrespressekonferenz des DVT am Dienstag (30. März 2021) aber auch, dass der globale Warenverkehr die Voraussetzung dafür ist, die Ernährung uneingeschränkt sicherstellen zu können. Das vergangene Jahr habe auch gezeigt, dass der Markt sensibel auf externe Einflüssen reagieren könne.

Mehr Schweinemischfutter hergestellt

Die Mischfutterherstellung im Kalenderjahr 2020 lag mit 24,1 Millionen Tonnen 0,76 Prozent über dem Vorjahresniveau (Tabelle). Das Plus resultiert im Wesentlichen aus dem Schweinebereich.

In der umsatzstärksten Region Nord (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen) war die positive Entwicklung in der Schweinefutterproduktion mit einem Zuwachs um 3,6 Prozent (fast 300.000 Tonnen) auf 8,5 Millionen Tonnen Mischfutter besonders deutlich.

Der Branchenumsatz für Mischfutter lag 2020 Lahde zufolge bei 6,8 Milliarden Euro und damit rund fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Mischfutterherstellung 2020 (Quelle: BLE)
  Gesamt   Schwein   Legehenne   Mastgeflügel   Rind
Mischfutterproduktion, Mio. t  24,1 9,8 2,3 4,1 6,9
Veränderung gegenüber Vorjahr, %  + 0,76 + 2,78 + 2,94 + 0,01 - 2,13

Zahl der Mischfutterbetriebe sinkt

Die Zahl der Mischfutterbetriebe ist erneut um sechs Betriebe auf 287 gesunken. Davon sind 171 Betriebe in der Region Nord ansässig.

Lahde hob hervor, dass die Mischfuttermengen zwar erneut ein stabil hohes Niveau erreicht haben, die stetig steigenden Qualitätsanforderungen die Betriebe aber vor Herausforderungen stellt.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Lahde unterstrich, dass optimale Futterrationen ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sind. Auch im Hinblick auf die nährstoffreduzierte Fütterung biete die Futtermittelbranche Lösungen an und könne einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten.

Allerdings würden in der Tierernährung im Bereich Nachhaltigkeit auch Zielkonflikte entstehen, die man ausbalancieren müsse: Es gelte, ernährungsphysiologische Anforderungen der Tiere zu erfüllen, Umweltwirkungen zu bedenken, aber auch die Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht zu lassen.

Produktion heimischer Eiweißpflanzen erhöhen

Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der DVT-Geschäftsführung, betonte, dass eine langfristige EU-Eiweißstrategie nötig sei, um die Produktion von Eiweißpflanzen und alternativen Proteinquellen in der EU zu erhöhen.

Eine bessere Proteineigenversorgung unterstütze nicht nur die Ernährungssicherheit der EU, sondern trage auch zum Klimaschutz bei.

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