Ferkel in einer Bucht, Maststall
Anne-Maria Revermann | am

Ebergeruch schon früh zu beeinflussen

Ein Forscherteam hat erstmals eine sehr frühe Impfung bei männlichen Ferkeln erprobt, um Ebergeruch beim Fleischverzehr zu vermeiden.

ForscherInnen des Thünen Institutes für Ökologischen Landbau und der Universität Göttingen haben zum ersten Mal die sogenannte "Immunokastration" zur Vermeidung des Ebergeruchs schon bei Ferkeln erprobt - mit vielversprechenden Ergebnissen.

 

Impfen gegen Ebergeruch: Die Ergebnisse

Insgesamt 109 Schweine wurden in drei Versuchsdurchgängen entweder sehr früh, also in der 3. und 7. Lebenswoche, oder herkömmlich während der Mast in der 12. und 19. Lebenswoche mit Improvac© geimpft.

Bei über 90 Prozent der Versuchstiere wurde die Entwicklung von Ebergeruch zuverlässig gehemmt. Die Produktionsleistungen sowie das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere unterschieden sich nicht zwischen den beiden Impfverfahren.

Bei der Fleisch- und Fettqualität gab es keine nennenswerten Unterschiede zur herkömmlichen Anwendung der Immunokastration während der Mast.

Entstehung von Ebergeruch schon früh beeinflussbar

Die frühe Impfung gegen Ebergeruch lasse sich gut in die jeweiligen Arbeitsabläufe bei ökologischen und konventionellen Ferkelerzeugern integrieren, was vor allem das Handling im Vergleich zum älteren Mastschwein deutlich erleichtere, so die Wissenschaftler.

Die Ergebnisse verdeutlichten, dass die Immunokastration als nicht-invasive Maßnahme besonders geeignet ist, um bereits im frühen Stadium die Entstehung von Ebergeruch zu beeinflussen, ohne die Ferkel dem Stress einer chirurgischen Kastration auszusetzen.

Offen bleibt, ob eine höhere als die im Versuch eingesetzte Impfdosis Geruchsabweichungen vollständig verhindern kann.

Mit Material von Uni Göttingen
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