Schafe hinter Elektrozaun
Elektrozaun auf einer Weide zur Wolfsabwehr
Gatter und Zaun auf einer Weide
Drahtzaun auf Wiese
Mann arbeitet an Zaun auf Weide
Mann spannt Drahtzaun auf Weide
Christel Grommel | am

Elektrozäune gegen den Wolf

Zur Vermeidung von Wolfsrissen kommt der Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen eine große Bedeutung zu. In einer Deichschäferei im Kreis Wesermarsch gab es im letzten Jahr eine Praxisvorführung.

Michael Gertenbach von der LWK Niedersachsen erläuterte auf der Veranstaltung noch einmal den Grundschutz. Dazu gehört ein vollständig geschlossener, elektrisch geladener Nutzgeflecht- oder Litzenzaun mit einer bauartbedingten Höhe von mindestens 90 cm, ein Weidezaungerät mit einer Entladeenergie von mindestens 1 Joule oder Maschendraht/Knotengeflecht mindestens 1,20 m hoch mit Untergrabeschutz. Bei einer Erhöhung vorhandener Festzäune auf 120 cm darf der maximale Abstand der Drähte/Litzen über dem Zaun und zueinander 20 cm betragen.

Zum Untergrabeschutz gehört eine stromführende Litze mit maximal 20 cm Bodenabstand und in 15 cm Abstand auf der Außenseite um den gesamten Zaun gezogen oder der Zaun 20 cm tief in den Boden eingegraben. Möglich ist auch ein fest mit dem senkrechten Zaun verbundenes Knotengeflecht, das nach außen auf 100 cm Breite auf dem Boden aufliegt. Dieses Knotengeflecht muss sowohl an der Zaunseite als auch am Außenrand durch mindestens alle 4 m versetzt angebrachte Bodenanker am Boden fixiert sein, sodass es insgesamt alle 2 m fixiert ist.

Bei einer Herdenmindestgröße von 100 Schafen werden zwei Herdenschutzhunde, bei einer Herdengröße ab 200 Schafen für jeweils weitere 100 Schafe ein zusätzlicher Herdenschutzhund gefördert. Gertenbach wies auf die laufenden Kosten für Hunde von rund 1.000 €/Jahr für den Tierhalter hin. Der Mindestschutz ist nur dann erfüllt, wenn die Herde mit dem Hund in einem Grundschutz-Zaun steht.

Anforderungen an den wolfsicheren Weidezaun

  • Dieser muss lückenlos sein und bodenbündig abschließen.
  • Auf ausreichend Abstand zu Böschungen oder ähnlichen Einsprunghilfen achten.
  • Gräben oder Gewässer sind immer auszuzäunen.
  • Der Festzaun sollte ringsum von höherliegenden Gegenständen (Heuballen, Böschungen) freigehalten werden, die Wölfe als Übersprunghilfe ausnutzen könnten.
  • Elektrisierte Festzäune sollte man außerhalb der Weidesaison nicht ohne Stromversorgung stehen lassen, weil Wölfe sonst erlernen, diese gefahrlos zu überwinden.
  • Weidestromgeräte bei Elektrozäunen sollten eine gute Erdung besitzen.
  • Erdstäbe müssen rostfrei sein und sollten standortabhängig einen Abstand von 2 bis 4 m haben.
  • Draht ist das beste Material, um Strom zu transportieren. Wichtig ist eine Stromversorgung mit Mindestspannung von 2. 500 V (besser 4.000 V) am gesamten Elektrozaun.

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