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Veronika Overmeyer und Prof. Dr. Wolfgang Büscher, Universität Bonn | am

Emissionsminderung: Schon im Stall Ammoniak reduzieren

Das Thema Emissionsminderung gewinnt in der Tierhaltung an Bedeutung. Die Universität Bonn untersucht derzeit, wie praktikabel und effektiv eine Flüssigmistansäuerung schon im Stall ist.

Ammoniakemissionen aus der Tierhaltung sind derzeit ein vieldiskutiertes Thema. Dem jetzigen Entwurf der Novelle der TA Luft zufolge soll auch für kleinere, bestehende Stallanlagen eine Minderung der Ammoniakemissionen in Höhe von 40 Prozent vorgeschrieben werden.

Dafür müssen nachrüstbare technische Lösungen her. Die Universität Bonn beschäftigt sich im Forschungsprojekt „SAFT“ mit einer Nachrüstlösung zur Ansäuerung von Flüssigmist. Er lagert in den typischen konventionellen Schweineställen in den Flüssigmistkanälen unter den Tieren.

Der pH-Wert wird verschoben

Im Forschungsprojekt „SAFT“ entwickeln die Industriepartner Hölscher + Leuschner und SF Soepenberg eine Nachrüstlösung zur Ansäuerung von Flüssigmist. Auf der Lehr- und Forschungsstation Frankenforst der Universität Bonn wurde eine erste Pilotanlage in einem Schweinemaststall nachgerüstet.

Bei der Ansäuerung wird durch Zugabe einer starken Säure wie Schwefelsäure das pH-abhängige Gleichgewicht von Ammonium (NH4+) und Ammoniak (NH3) in Richtung Ammonium verschoben. Die Folge: Es liegt kaum noch freies NH3 vor, das gasförmig entweichen könnte.

Der Ansäuerungsvorgang

Veronika Overmeyer betreut das Projekt „SAFT“ zur Emissionsminderung im Schweinestall..

In der Versuchsanlage wird mindestens zwei Mal wöchentlich ein Teil des Flüssigmistes aus dem Flüssigmistkanal in den Prozessbehälter außerhalb des Stallabteils gepumpt. Der pH-Wert wird gemessen und durch Säurezugabe auf den Ziel-pH-Wert 5,5 abgesenkt.

Danach gelangt der frisch angesäuerte Flüssigmist zurück in den Flüssigmistkanal des jeweiligen Stallabteils. Frisch abgesetzte Exkremente fallen durch den Spaltenboden in den angesäuerten Flüssigmist, sodass deren Emissionen sofort minimiert werden.

Die Ansäuerung läuft autonom. Der Landwirt muss sie lediglich am Computer überwachen und hat keinen Kontakt zur Säure. Ein eigens entwickeltes Onlinesystem zur Füllstandsmessung informiert die Logistik automatisch, wenn eine Säurelieferung nötig ist.

Ammoniak- und Methanemissionen sinken

Seit März 2020 wurden im Projekt zwei Mastdurchgänge untersucht. Neben dem Versuchsabteil mit Ansäuerung diente ein baugleiches Stallabteil ohne Ansäuerung als Kontrolle.

Die Ergebnisse:

  • Die Ammoniakemissionen sanken um circa 44 Prozent.
  • Die Methanemissionen sanken um 55 bis 66 Prozent.
  • Neben den positiven Umwelteffekten war es möglich, das Stallklima und damit auch Arbeitsbedingungen und Tierwohl zu verbessern.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 11/2021 und in der digitalen Ausgabe.

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