Hühner.
Ellen Hartmann | am

Ende der Geflügelpest bedeutet wieder mehr Freilandeier

Langsam hat sich die Geflügelpest-Situation in Niedersachsen beruhigt und in vielen Landkreisen endet die Stallpflicht. Das könnten bald auch Verbraucherinnen und Verbraucher im Supermarkt bemerken.

Nur noch im Emsland besteht in Niedersachsen bisher die Stallpflicht. "Eine Folge wird sicherlich sein, dass das Angebot an Eiern aus Freilandhaltung in den nächsten Wochen wieder deutlich steigen wird", prognostiziert Dieter Oltmann, Geschäftsführer des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes in Oldenburg.

Rückläufige Infektionszahlen

Da die Infektionszahlen rückläufig seien, habe in vielen Landkreisen und kreisfreien Städten die Stallpflicht aufgehoben werden können, so das Landwirtschaftsministerium in Hannover. Jedoch habe es im Emsland vermehrt Geflügelpest-Ausbrüche in Putenhaltungen gegeben, zuletzt am 8. Mai. Hier konnte die Stallpflicht daher noch nicht aufgehoben werden. Auch werden derzeit vermehrt tote und kranke Wildvögel in küstennahen Regionen gefunden, heißt es weiter aus Hannover.

Geflügelpest verursacht Millionenschaden

Um ihre Tiere zu schützen, mussten viele Geflügelhalter im Westen Niedersachsens ihre Tiere in den vergangenen Wochen im Stall lassen. Daher durften auch viele Eier aus konventioneller Haltung nicht mehr als Freilandeier verkauft werden, da die Tiere länger als 16 Wochen im Stall waren. Laut Oltmann sei der wirtschaftliche Schaden nun auch deutlich größer als nach der vergangenen Geflügelpest Welle 2016/ 2017. "Wir sind gerade dabei, die Zahlen auszuwerten." Nach Angaben der R+V Versicherung habe die Geflügelpest bisher einen Millionenschaden verursacht. In ganz Deutschland hätten 350 Geflügelhalter im letzten Winterhalbjahr Schäden aufgrund der Geflügelgrippe angemeldet.

Branche muss sich besser rüsten

Auch fordert Oltmann die Branche dazu auf, sich besser gegen das Virus aufzustellen. Vor Ostern hatte die Tierseuchenkasse bereits Entschädigungen von rund 20 Millionen Euro verbucht. Im Vergleich: 2017 waren es rund 17 Millionen Euro. Seit November 2020 seien in 68 niedersächsischen Geflügelhaltungen Ausbrüche de Geflügelpest festgestellt worden, heißt es vom Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Dabei seien vor allem Putenhaltungen betroffen gewesen, aber auch Legehennen- und Entenhaltungen sowie Masthähnchenbetriebe und Kleinsthaltungen.

Mit Material von dpa
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