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Christa Diekmann-Lenartz | am

Energie sparen in Sauenhaltung und Ferkelaufzucht

Sauenhaltung und Ferkelaufzucht haben einen hohen Wärmebedarf – das zeigt sich in den Energiekosten. Die sind extrem gestiegen. Die Berater und Beraterinnen der Unternehmensberatung Rind und Schwein (URS) geben Tipps zum Energiesparen.

Für sauenhaltende Betriebe sind die extrem gestiegenen Energiekosten großes Thema – zumal davon auszugehen ist, dass es hier in den nächsten Jahren keine „Rolle rückwärts“ geben wird.

Wärme unverzichtbar

Gefragt in der Beratung sind also Tipps, wie der Wärme- und Strombedarf im Betriebszweig Ferkelerzeugung reduziert werden kann. Dass es hierfür in vielen Betrieben noch Potenzial gibt, zeigen unter anderem die großen Spannbreiten sowohl beim Wärme- als auch beim Stromverbrauch/Sau/Jahr, die bei Erhebungen genannt werden.

Gemeinsam haben die Schweinefachberater und -beraterinnen der URS zusammengetragen, wo es im Sauenstall oder in der Ferkelaufzucht Stellschrauben geben kann: Im Ferkelbereich sind hohe Temperaturen unverzichtbar. Besonders in diesen Bereichen ist also eine gute Wärmedämmung sehr wichtig. Eventuelle Schwachstellen lassen sich mit einer Wärmebildkamera aufspüren. Es gibt für den Hausgebrauch inzwischen gute Geräte, mit denen das Smartphone zur Wärmebildkamera aufgerüstet werden kann. Mit einer App werden die Temperaturen von Objekten dann auf dem Handy-Display als Wärmebild dargestellt.

Berater wissen, wie man Schwachstellen behebt

Der Vorteil, wenn man den Berater einbindet: Man kann gleich besprechen, wie man am besten Abhilfe schaffen kann, wenn sich Kältebrücken oder unisolierte Bereiche zeigen. Beraterin Anneke Kreißig stellte im eigenen Ferkelaufzuchtstall fest, dass die Warmwasserzuleitungen wegen der fehlenden Isolierung viel Wärme verloren. Die Investition für diese Isolierung hielt sich mt ein paar hundert Euro in Grenzen, es konnten hiermit rund 40 % der Heizenergie eingespart werden.

Schwachstellen sind immer wieder Abteil- oder Notausgangstüren, die nicht dicht schließen, eine stellenweise schadhafte/fehlende Deckenisolierung oder auch Fehlströmungen der Lüftung. Letztere können durch Ausnebeln einfach sichtbar gemacht werden.

Ferkelnestabdeckung spart Energie

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Im Abferkelstall verzichten Sauenhalter wegen der besseren Übersichtlichkeit gern auf die Ferkelnestabdeckung. Im Sinne von Wärmeeinsparung ist das nicht ratsam! Mit Abdeckung bleibt die Wärme dort, wo sie benötigt wird und heizt nicht unnötig das Abteil auf. Für die ersten Tage sind bei den neugeborenen Ferkeln Infrarotlampen Standard. Sind die Ferkelnester abgedeckt, brauchen die Infrarotlampen ggf. weniger lang eingesetzt werden. Infrarot-Sparlampen brauchen bei ausreichender Wärmeleistung deutlich weniger Strom als herkömmliche Lampen. Im Zweifelsfall zeigt das Verhalten der Ferkel im Ferkelnest gut an, ob die Temperatur dort passt („Haufenliegen“ etc.).

Was Berater Jens Wächter in einem Abferkelabteil auffiel: Die Nester waren zentimeterdick mit Hygienepulver eingestreut, nach dem Motto „viel hilft viel“. In diesem Fall wirkte das Pulver eher als Isolierschicht und die Wärme der Fußbodenheizung kam nicht bei den Ferkeln an.

Viel Energie braucht das Aufheizen der Ferkelaufzuchtabteile vor dem Neueinstallen. Energiesparend ist es zudem, die Abteile schnell mit hoher Wärmeleistung aufzuheizen, als länger mit geringerer Wärmeleistung. In der Ferkelaufzucht finden sich entweder Ställe mit Raumheizung oder mit einer Zonenheizung unter einem abgedeckten Bereich der Bucht. Die Zonenheizung funktioniert gut, wenn an der Vorderseite der Abdeckung eine Schürze oder Lamellen hängen. Dann staut sich genug Wärme unter dem Liegedeckel. Bei richtiger Montage brauchen die Zonenheizungen im Aufzuchtstall bis zu 30 % weniger Energie als Raumheizungen.

Fazit

  • Im Ferkelbereich wird viel Energie gebraucht.
  • Vielfach gibt es noch Potenzial zum Sparen.
  • Im Ferkelbereich sind hohe Temperaturen unverzichtbar.
  • Hier ist eine gute Wärmedämmung besonders wichtig.
  • Wärmebildkameras können Schwachstellen aufzeigen.
  • Abgedeckte Ferkelnester ermöglichen niedrigere Raumtemperaturen.
  • In der Ferkelaufzucht gilt das gleiche bei abgedeckten Ruhebereichen.
  • Die Lüftung braucht 45 % des Stroms in der Ferkelerzeugung.
  • Sie sollte immer korrekt eingestellt, gewartet und die Bestandteile gereinigt werden.
  • Wo möglich, kann eine höhere Belegdichte zu Beginn der Aufzucht Heizkosten sparen.
  • Wer seine Energieverbräuche detailliert kennt, findet einfacher Ansätze zum Sparen.
  • Blockheizkraftwerke können ggf. auf Flüssiggas umgerüstet werden.
  • Längerfristig bleiben Erneuerbare Energien interessant – auch wenn es jetzt Liefer- und Montageengpässe gibt.

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