Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Japankäfer gefunden worden.
Ellen Hartmann | am

Erster bestätigter Fund: Japankäfer in Deutschland nachgewiesen

Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Japankäfer nachgewiesen worden. Bisher hatte es nur wenige Hinweise gegeben, dass sich das Insekt hierzulande ausbreitet. Anfang November ist jetzt jedoch ein Japankäfer in Freiburg in die Falle gegangen.

Dabei sei das männliche Tier in einer sogenannten Pheromonfalle in Freiburg gefangen worden. Von einem Sprecher des Regierungspräsidiums heißt es zu dem Fund, dass das Insekt zwar bereits tot war, jedoch lebend in die Falle gelangt sein müsse. Mit diesem Fund nehme die Wahrscheinlichkeit von Japankäfern (Popillia japonica) in Baden-Württemberg zu. 

Pflanzenschutzdienst soll Risikogebiete überwachen

Nun soll der amtliche Pflanzenschutzdienst mit Beginn der Flugzeit im Mai den Fundort sowie weitere Risikogebiete überwachen. Hierzu zählen auch Güterbahnhöfe und Parkplätze von Lastwagen, heißt es von dem Sprecher weiter. Japankäfer können für massive Fraßschäden an Obstbäumen, Erdbeeren, Mais, Bohnen, Wein, Rosen sowie zahlreichen weiteren Strauch- und Baumarten sorgen, berichtet das Landwirtschaftlichen Technologiezentrums (LTZ) Augustenberg. Die Larven (auch Engerlinge genannt) ernähren sich überwiegend von Graswurzeln und können somit Wiesen, Weiden und Rasen zerstören. 

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Japankäfer: Eine Gefahr - nicht nur für Weiden und Wiesen

In Basel war in der Nähe des Güterbahnhofs Mitte Juli bereits ein Japankäfer in eine Falle gegangen. Damals hatten zahlreiche deutsche Expertinnen und Experten die Öffentlichkeit darum gebeten, Japankäfer zu melden und wachsam zu sein. Beim LTZ seien daraufhin hunderte Verdachtsfälle gemeldet worden. Oftmals habe es sich bei den Hinweisen um andere Tiere gehandelt, doch auch ein toter Japankäfer in Baden-Württemberg sei unter den Meldungen gewesen. Damaligen Angaben zufolge stamme das Tier in einer Lieferung von Industriegütern aus Polen. 

Wie erkenne ich den Japankäfer?

Laut LTZ sind erwachsene Japankäfer rund einen Zentimeter groß und haben Ähnlichkeit mit unseren heimischen Mai-, Juni-, oder Gartenlaubkäfern. Allerdings weist der Japankäfer noch fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite sowie zwei am Ende des Körpers auf. Das Halsschild schimmert zudem auffällig grün-metallisch. 

Um die Ausbreitung des Käfers zu verhindern könnten Maßnahmen wie Einschränkungen beim Pflanzentransport, Insektizide und Pilze sowie engmaschige Netze helfen. Das Einschleppungsrisiko gelte vor allem über den Reise- und Warenverkehr auf Verkehrsknotenpunkten am Oberrhein oder über die Autobahnen am Bodensee als hoch. 

Mit Material von dpa
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