Tierwohl: Schweine mit Beschäftigungsmaterial im Stall

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Meinung | Christa Diekmann-Lenartz | am

EuroTier mit neuer Zeitrechnung

Krisen sind auch Chancen! Das gilt auch heute für die Tierhaltung, findet LAND & FORST-Redakteurin Christa Diekmann-Lenartz.

Die letzte EuroTier in Präsenz hat vor vier Jahren stattgefunden - 2018. Das war vor Corona. Das war lange vor dem Ukraine-Krieg. Das war - zumindest gefühlt - vor den heißen Sommern mit langen Trockenperioden. Das war vor dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland. Für Schweinehalterinnen und Schweinehalter war es vor dem zermürbenden Warten auf Berlin, wann die Politik endlich den Weg ebnet für den vielbeschworenen Umbau der Tierhaltung und aufhört, nur darüber zu reden.

Heute ist nichts mehr sicher

Vor vier Jahren war Aufbruchstimmung in Hannover. Tierwohl war eines der großen Themen. Die neue Richtung war vorgegeben, der Weg schien damals für viele Betriebe gangbar, es gab neue Entwicklungen, Ideen und Lösungen auf den Ständen der EuroTier.

Heute, 2022, gilt eine neue Zeitrechnung. Nichts ist mehr sicher. Corona, ASP und noch mehr der Ukraine-Krieg haben gezeigt, wie zerbrechlich Lieferketten sind, wie wankelmütig der Verbraucher ist und wie empfindlich das Marktgefüge reagiert. Viele Tierhalterinnen und Tierhalter haben resigniert festgestellt, dass sie immer am Ende der Kette stehen und schmeißen das Handtuch.

Eine Silbermedaille ging an den BeddingCleaner von Hanskamp. Er sammelt Kot und verschmutztes Material in Freiliegeställen auf.Eine Silbermedaille ging an den gezogenen BeddingCleaner von Hanskamp.Der „BeddingCleaner“ enfernt Kot zeitnah, sodass das 
Einstreumaterial im Stall länger sauber und trocken bleibt.

Krise als Chance sehen

Aber Krisen sind auch Chancen! Das gilt auch heute für die Tierhaltung. Zerbrechliche Lieferketten sind nicht nur ein Risiko für die Landwirtschaft, sondern können es genauso für die Verarbeiter, Vermarkter oder die Zulieferer sein. Wenn die hiesigen Schweine-, Geflügel- oder Milchviehbetriebe aufhören, fehlen die Käufer für das Futter, das Ebersperma oder für den Melkroboter. Den Verarbeitern fehlt der Rohstoffnachschub vor Ort. Ob der immer und überall und in der geforderten Qualität woanders beschaffbar ist, ist mit einem Fragezeichen zu versehen. In Diskussionen ist heute schon öfter von Versorgungssicherheit die Rede. Oder dass „made in Germany“ bei unseren Lebensmitteln vielleicht doch eine gute Geschichte ist.

EuroTier als Chance für Austausch nutzen

Für viele hiesige Tierhalter ist heute nicht die Zeit des Investierens - auch wenn die EuroTier-Aussteller das sicher lieber anders hätten. Aber die EuroTier 2022 kann ein Ort des Informierens, des Austauschs, der Diskussion und Meinungsbildung, und vielleicht des Pläneschmiedens sein. Die Beteiligten der Produktionsketten sitzen, zumindest wenn man Deutschland betrachtet, letztlich in einem Boot. Auch die hier agierenden Unternehmen machen sich Gedanken darüber, wie es weitergehen kann mit der Tierhaltung im Land. „Transforming Animal Farming“ ist das diesjährige Motto der EuroTier. Wenn Corona und Ukraine-Krieg eines gelehrt haben, dann, dass man an einem Strang ziehen muss, wenn man etwas ändern will.

Für jeden Tierhalter ohnehin spannend dürfte in diesem Jahr die EnergyDecentral sein. Die eigene Energieversorgung ist für jeden Betrieb wichtig. Die Landwirtschaft bietet aber darüber hinaus Chancen zur Bereitstellung von Energie und damit zur Generierung von Einkommen. Diese Chancen gilt es zu nutzen.

Kind streichelt Kuh auf der EuroTier

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