Ist die Melkanlage nicht optimal eingestellt, kann das schnell zu Veränderungen an den Zitzen führen.
Laura Schneider | am

Eutergesundheit: Die Zitzenkondition im Blick haben

Veränderte Zitzen können Eintrittswege für Mastitiserreger sein. Deshalb sollten Sie die Zitzenkondition regelmäßig kontrollieren. Diese Punkte sind dabei wichtig.

Die Zitze ist die wichtigste Barriere der Kuh, um den Eintritt von Mastitiserregern zu verhindern. Zitzenveränderungen beeinträchtigen diese Eigenschaft. Die Folge kann ein vermehrtes Auftreten von Euterentzündungen im Betrieb sein.

Wenn die Zahl der Euterentzündungen steigt, sollten Sie deshalb die Zitzenkondition kontrollieren, um mögliche Schwachstellen auszuschließen.

Abweichungen vom Normalzustand erkennen

An dieser Zitze zeigt sich deutlich das Klettern der Melkbecher und eine Ringbildung an der Zitzenbasis.

Die Zitzenkondition beschreibt den beobachtbaren Zustand der Zitze. Sind Melktechnik und Melkdauer optimal eingestellt, zeigen die Zitzen keine Veränderungen. 

Weisen die Kühe Veränderungen an der Zitze auf, spricht man von Konditionsstörungen. Unerwünscht sind dabei alle Anzeichen, die auf eine eingeschränkte Blutversorgung der Zitzen hinweisen. Weitere mögliche Beobachtungen sind

  • Ringbildungen (Foto) und Einschnürungen,
  • Blutungen,
  • Ödeme,
  • Quetschungen
  • oder Hyperkeratosen (Verhornungen an der Zitzenspitze).

Zitzenfarbe

Die Zitzenfarbe kann vom normalem Rosa bis hin zur Rötung oder Blaufärbung gehen. Eine bläuliche Zitze deutet auf eine Sauerstoffunterversorgung des Gewebes hin, da es durch den Melkvorgang schlecht durchblutet wurde. Das tritt meist bei sehr kurzen oder dünnen Zitzen auf. Faktoren, die Verfärbungen begünstigen sind

  • Blindmelken,
  • hohe Melkzeuggewichte, die die Zitzen beim Melken nach unten ziehen,
  • ein zu hohes Melkvakuum,
  • eine fehlerhaft eingestellte Pulsation
  • oder ein Zitzengummityp, der nicht zur mittleren Zitzengröße der Herde passt.

Zustand der Zitzenhaut

Auch der Zustand der Zitzenhaut gibt Aufschluss darüber, wie gut der Melkprozess an die Herde angepasst ist. Im Idealfall sieht die Haut nach dem Melken genauso aus wie vorher und ist rosafarben, glatt und trocken.

Kaltes, nasses Wetter lässt die Haut austrocknen und macht sie rissig und weniger elastisch. Maschinenmelken verstärkt diese Entwicklung. 

Bei trockener Zitzenhaut empfiehlt sich auch ein Blick in die Liegeboxen, denn der Einsatz von Kalk in der Einstreu kann die Haut ebenfalls stark austrocknen. Um die Elastizität der Haut zu verbessern, sollten Sie ein Dippmittel mit pflegenden Eigenschaften verwenden.

Einflüsse auf die Zitzenspitze

Hier ist eine hochgradige Hyperkeratose zu erkennen mit ausgeprägtem Ring und stark zerklüfteten Kanten.

Kurzfristige Einwirkungen zeigen sich in einer verhärteten Spitze. Langfristige Einwirkungen führen zu einer verstärkten Hornhautbildung aus dem Strichkanal heraus, sogenannte Hyperkeratosen. Sie sind als chronisch einzustufen.

Mögliche Einflussfaktoren sind

  • die Form der Zitzenspitze,
  • Blindmelken,
  • hohes Vakuum an der Zitzenspitze,
  • steife Zitzengummis
  • und Hautirritationen durch den Einsatz von Desinfektionsmitteln.

Den vollständigen Beitrag mit weiteren Details zur Beurteilung der Zitzenkondition und einem möglichen Bewertungsschema finden Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 22/2021, und in der digitalen Ausgabe

Mit Material von Sabrina Diestelow, LWK Schleswig-Holstein
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