Fische werden auf einem Kutter verarbeitet.
Ellen Hartmann | am

Fangquoten: EU, UK und Norwegen einigen sich

Wie viel Fisch darf 2021 in der Nordsee gefangen werden? Darauf haben sich die Europäische Union, Norwegen und Großbritannien jetzt geeinigt.

Die EU-Kommission hat mitgeteilt, dass die Fangquoten derzeit zu hoch seien. An fünf von sechs gemeinschaftlich befischten Beständen liege die Quote jenseits dessen, was der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) als nachhaltig bewertet.

Ein Viertel weniger Seelachs

Aus diesem Grund solle die Gesamtfangmenge für 2021 reduziert werden. Das heißt: Gegenüber dem Vorjahr soll ein Viertel weniger Seelachs, rund 2,5 Prozent weniger Scholle und circa 7,5 Prozent weniger Hering gefischt werden. Schellfisch und Wittling dürfen hingegen um 20 Prozent mehr gefangen werden.

Fischbestände der Nordsee in schlechtem Zustand

Laut der britischen Regierung sei die Fangmenge für Kabeljau nicht um die von Wissenschaftlern geforderte Menge reduziert worden. Diese wollten die Quote um ganze 16,5 Prozent kürzen. EU, Großbritannien und Norwegen einigten sich in diesem Punkt auf eine Reduzierung von 10 Prozent. Derzeit seien die Fischbestände der Nordsee in einem sehr schlechten Zustand, heißt es von der EU-Kommission. Zudem müsse beachtet werden, die Interessen der Fischindustrie und der Umweltschützer auf einen Nenner zu bringen.

Konsens mit Norwegen

Bundesagrarministerin Julia Klöckner: "Der Zugang zu norwegischen Gewässern ist gerade für unsere Kutterfischerei auf Seelachs von großer Bedeutung." Daher habe sich Deutschland mit Norwegen auf drei bilaterale Abkommen zur Bestandsnutzung geeinigt. Speziell die deutsche Hochseeflotte mit ihren Fängen von arktischem Kabeljau solle vom Austausch der Fangmöglichkeiten profitieren.

Kritik von Greenpeace

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert das Abkommen scharf. "Nachhaltigkeit sieht anders aus", so Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack.  Greenpeace kritisiert, dass die Einigung den Besitzern deutscher Supertrawler - also sehr große Fischfangschiffe - in die Hände spiele.

"Die riesigen deutschgeflaggten Hochseetrawler kehren von einer einzigen Fangfahrt in britische Gewässer mit tausenden Tonnen Fisch zurück", sagt Maack weiter. Diese Diese Fischerei solle seiner Meinung nach abgeschafft werden. "Fischereiministerin Julia Klöckner hat ihnen ihren Anteil an der Heringsquote von 350.000 Tonnen und damit die Pfründe gesichert." 

Mit Material von dpa
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