Fischer holt auf Boot Kabeljau aus dem Netz
Christel Grommel | am

Fangrechte: Deutsche Fischer fürchten Eskalation

Die Deutschen Fischer befürchten eine Konfrontation mit Norwegen. Hintergrund ist der Fischereistreit zwischen Großbritannien und Norwegen.

Die norwegische Regierung versuche an mehreren Stellen, eigene Fangquoten zu Lasten der EU-Fischer zu erhöhen, so der Deutsche Fischerei-Verband in einer Mitteilung. 

"Weil der zu verteilende Fischbestand nicht größer wird, muss irgendjemand für diese Selbstbedienungsaktionen der Norweger die Zeche zahlen", sagte der Präsident des Verbandes, Gero Hocker. "Es kann nicht sein, dass die EU das einfach so hinnimmt."

Hintergrund ist der Brexit: Nach dem Austritt Großbritanniens gab es Verwerfungen. Die EU konnte ein Abkommen mit Norwegen über Fangquoten aushandeln, die Verhandlungen der Briten mit den Norwegern scheiterten jedoch. 

 

Norwegen droht, EU-Schiffe festzusetzen

Als Reaktion habe Norwegen einseitig die EU-Fangquote für Kabeljau zu eigenen Gunsten gekürzt und wolle die eigene Quote für Makrelen zulasten der EU erhöhen. "Da im Rahmen einer nachhaltigen Bewirtschaftung die Gesamtfangmengen nicht steigen, würde daraus eine dauerhafte Verringerung der Fischereimöglichkeiten der EU resultieren", so der Verband.

Mit einer Eskalation rechnet der Verband spätestens Ende August. Dann hätten die EU-Fischer aus Deutschland, Spanien, Portugal, Frankreich und Polen die Quote ausgeschöpft hätten, die ihnen Norwegen noch zugestehen will. Mittlerweile stehe eine Drohung Norwegens im Raum, die Schiffe aus fünf EU-Ländern festzusetzen.

Otte-Kinast: "Dagegen stemmen"

"Die Ministerin treibt das ein bisschen auf die Palme", sagte die niedersächsische Landwirtschafts- und Fischereiministerin Barbara Otte-Kinast nach einem Treffen mit der Fischereiwirtschaft in Cuxhaven.

Sie werde nun mit ihren Kollegen in Schleswig-Holstein telefonieren. "Wir müssen uns Seite an Seite dagegen stemmen und uns der Sache annehmen." Die EU denkt unterdessen bereits über Maßnahmen gegen Norwegen nach.

Mit Material von dpa, NDR
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