Isofluran-Betäubung bei Ferkeln
Anne-Maria Revermann | am

Ferkelkastration und Fördermittel: Das müssen Sauenhalter wissen

Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert ab sofort die Anschaffung von Narkosegeräten für die Betäubung mit Isofluran bei der Ferkelkastration. Ferkelerzeuger können entsprechende Förderanträge stellen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert die Anschaffung von Narkosegeräten zur Kastration von Ferkeln. Für 2020 stehen dazu insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung. Landwirte können ab sofort diese Hilfe beantragen. Entsprechende Formulare und Informationen erhalten Sie hier.

Volle Schmerzausschaltung sicherstellen

Ab dem 1. Januar 2021 ist die Ferkelkastration in Deutschland nur noch unter Betäubung erlaubt. Und zwar bei voller Schmerzausschaltung, nicht nur Linderung. Dabei ist die chirurgische Kastration eines der möglichen Verfahren, mit denen sichergestellt wird, dass kein Fleisch in den Handel kommt, das einen unangenehmen Geruch aufweist.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner hat dazu die "Verordnung zur Durchführung der Betäubung mit Isofluran bei der Ferkelkastration durch sachkundige Personen" (FerkBetSachkV) erlassen. Damit das Mehr an Tierwohl ab Beginn des kommenden Jahres auch wirklich gesichert ist.

Die Verordnung ermöglicht es, Landwirten oder anderen sachkundigen Personen, die Vollnarkose mit dem Tierarzneimittel Isofluran durchzuführen. Voraussetzung ist, dass die notwenige Sachkunde sowohl theoretisch als auch praktisch nachgewiesen wurde.

Was ist bei der Anschaffung der Narkosegeräte zu beachten?

Zudem unterstützt das Ministerium die Landwirte bei der Anschaffung von Narkosegeräten für die Ferkelkastration (Isoflurannarkose) mit 20 Millionen Euro. Hierbei ist zu beachten:

  • Gefördert werden nur Geräte, die im Hinblick auf Tierschutz, Anwendersicherheit und Umweltschutz zertifiziert sind.
  • Die Zuwendung wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss im Wege der Anteilfinanzierung in Höhe von bis zu 60 Prozent der beihilfefähigen Ausgaben gewährt (Beihilfeintensität).
  • Die Zuwendung ist auf maximal 5.000 Euro begrenzt je Sauenhalter.

Landwirtschaftliche Betriebe können noch bis zum 1. Juli 2020 bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Fördermittel beantragen. Anträge können online im elektronischen Antragssystem sowie schriftlich auf dem Postweg unter Verwendung der im Internet veröffentlichten Antragsformulare gestellt werden.

Das müssen Landwirte nachweisen

Die Verordnung zur Durchführung der Betäubung mit Isofluran (FerkBetSachkV) sieht einen Sachkundenachweis vor. Dazu müssen zunächst Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sein. Hierzu gehören:

  • Vollendung des 18. Lebensjahres,
  • erforderliche Zuverlässigkeit,
  • einschlägige Berufsausbildung bzw. ein einschlägiges Studium oder berufliche Erfahrung im Umgang mit Ferkeln.

Zudem sieht die Verordnung folgende Voraussetzungen zur Erlangung des Nachweises vor:

  • einen theoretischen Lehrgang,
  • eine theoretische Prüfung im Anschluss an den Lehrgang,
  • eine Praxisphase unter Anleitung eines fachkundigen Tierarztes im Anschluss an den theoretischen Teil,
  • eine praktische Prüfung im Anschluss an die Praxisphase.

Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration

Derzeit stehen drei Alternativen zur Verfügung mit denen die betäubungslose Ferkelkastration vermieden werden kann:

  • Betäubung mit Isofluran bei der Kastration,
  • die Jungebermast,
  • die Impfung gegen Ebergeruch.

Julia Klöckner hat Tierhalter, Fleischverarbeiter und Handel aufgefordert, diese Möglichkeiten auch zu nutzen.

Mit Material von BMEL, Christiane Närmann-Bockholt (Foto)

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