Ferkelkastration Narkosegerät
Christel Grommel | am

Ferkelkastration: Isofluran-Narkose wird häufigste Alternative

Ab dem 1. Januar dürfen Ferkel nicht mehr oder nur noch unter Betäubung kastriert werden. Die am häufigsten angewendete Alternative in Deutschland wird die Kastration unter Isofluran-Narkose sein.

Mehr als 2.700 Anträge auf Unterstützung bei der Anschaffung eines von der Deutschen Landwirtschaft-Gesellschaft (DLG) zertifizierten Isofluran-Narkosegeräts wurden gestellt. Davon wurden 2.685 Anträge bewilligt, das ist ein Fördervolumen von 13,56 Millionen Euro. Diese Zahlen gab die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bekannt. 

In Deutschland gibt es rund 6.800 sauenhaltende Betriebe - damit haben etwa 40 Prozent der Ferkelerzeuger in Deutschland ein Isoflurangerät angeschafft. 

Die meisten Anträge stammten aus Niedersachsen mit 863 Anträgen, gefolgt von NRW (612) und Bayern (556). Gründe für Ablehnungen von Anträgen seien hauptsächlich die nicht fristgerechte Einreichung von Anträgen oder aber Antragspapiere mit nicht rechtsverbindlicher Unterschrift gewesen. 

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hat im Jahr 2020 mehr als 100 Informationsveranstaltungen in Auftrag gegeben. Fast 2.900 Landwirte hatten an einer Veranstaltung teilgenommen.

Vorreiter bei betäubungsloser Kastration

Mit dem Inkrafttreten einer der EU-weit strengsten Regelungen zu dieser Thematik sei die Bundesrepublik ein Vorreiter in Europa, betonte Julia Klöckner. 

Klöckner sieht in der Abkehr von der betäubungslosen Ferkelkastration "ein entscheidendes Datum für mehr Tierschutz". Mit der Vorgabe der Schmerzausschaltung gehe die Bundesrepublik über das geltende EU-Recht hinaus. 

Der Handel sei nun aufgefordert, auf die bestehenden drei Alternativen zu setzen. Dies seien die Jungebermast, die Impfung gegen Ebergeruch sowie die Kastration unter Vollnarkose.

Mit Material von BMEL, BLE, ISN
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