Ferkel im Stall
Christel Grommel | am

Ferkelkastration: Keine weitere Verschiebung

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner stellt klar, dass die Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration nicht verlängert werden wird.

Klöckner hat mit dem Handel und Tierzüchtern am Runden Tisch per Videokonferenz über das Thema Ferkelkastration gesprochen.

Eine Stichtagsverschiebung wird es laut der Ministerin nicht geben. Es bestehe kein Verhandlungsspielraum hierfür. Sie habe seit dem Parlamentsbeschluss die Zeit genutzt und das Notwendige für die Landwirte auf den Weg gebracht.

Sie brachte noch einmal die drei rechtskonformen Alternativen zur betäubungslosen Kastration ein: 

  • Jungebermast
  • Impfung gegen Ebergeruch
  • Kastration unter Vollnarkose

Klöckner machte klar, dass eine lokale Betäubung nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht gesetzeskonform sei.

Die Wirtschaft sei nun aufgefordert, diese rechtsgültigen Alternativen zu nutzen. Bis zum Inkrafttreten des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration bliebe noch ein gutes halbes Jahr. Es liege in der Verantwortung der Wirtschaft, dass die verbleibende Zeit von Tierhaltern, Fleischwirtschaft und Handel effektiv genutzt werde, um die Alternativen in der Praxis anzuwenden.

Unterstützung für Betriebe seitens des BMEL

Das BMEL habe in vielfältiger Weise die Einführung der alternativen Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration unterstützt.

Dazu zählten im Einzelnen: 

  • Zulassung von Tierarzneimitteln für die Durchführung einer Betäubung bei der Ferkelkastration
  • Zertifizierung von Narkosegeräten durch die DLG, zwei weitere Geräte befinden sich in der DLG-Prüfung
  • Unterstützung der Betriebe bei der Anschaffung von Narkosegeräten mit 20 Millionen für das Jahr 2020
  • Schaffen einer Grundlage (Ferkelbetäubungssachkundeverordnung) für Landwirte, die Isofluran-Narkose bei der Ferkelkastration selbst durchzuführen
  • Bereitstellen von Schulungsmaterial für den Sachkundenachweis
  • Durchführung von an Verbraucher gerichtete Aufklärungskampagne über Alternativmethoden
Mit Material von BMEL
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