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Laura Schneider | am

Fleischbranche: "Mit dem Dialog kommt das Vertrauen zurück"

Gloria Warg von LAND.SCHAFFT.WERTE. gibt in Videobeiträgen Einblicke in die verschiedensten Bereiche der Fleischbranche. LAND & FORST sprach mit ihr über ihre Arbeit.

Wie sind Sie als ehemaliges Großstadtkind zu Ihrer heutigen Arbeit gekommen?

Gloria Warg: Ich bin mitten in Hannover aufgewachsen, aber Landwirtschaft war immer Teil meiner Familie. Nach dem Abitur habe ich mich selbst ins kalte Wasser geworfen und ein Betriebspraktikum gemacht und dabei meine Begeisterung für die Landwirtschaft entdeckt.

Daraufhin habe ich angefangen, in Göttingen Agrarwissenschaften zu studieren. Ich habe schnell gemerkt, dass der Schnack in der Agrarcommunity ein ganz anderer ist als ich ihn aus der Stadt gewohnt war. Genauso unterschiedlich sind die jeweiligen Vorstellungen. Da prallen in puncto Kommunikation oft zwei Welten aufeinander.

Je mehr ich das wahrgenommen habe, desto klarer wurde mir, dass Agrarkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit für mich wichtige Themen sind.

Wie sieht das typische Publikum von LAND.SCHAFFT.WERTE. aus?

Gloria Warg: Das typische Publikum gibt es so bei uns nicht. Je nach Themengebiet und Video haben wir andere Zuschauer. Unser Publikum ist daher sehr breit gefächert. Viele Nutzer sind Young Professionals aus der Agrar- & Ernährungsbranche.

Aber je aktueller und vor allem je kritischer die Themen sind und je offener wir damit umgehen desto mehr Menschen erreichen wir – dann auch zunehmend von außerhalb der Branche.

Was war denn ein besonders kritisches Thema?

Gloria Warg beim Dreh für einen Videobeitrag zum Thema Tiertransporte

Gloria Warg: Besonders kritisch war das Thema Tiertransporte. Dazu haben wir zwei Videos gemacht: über den Weg der Ferkel zum Mäster und am Ende der Mast über den Transport zum Schlachthof. Das waren die Beiträge, die bisher die höchsten Reichweiten und Interaktionen ausgelöst haben.

Spannend für uns war, dass die Leute nicht den Tiertransport an sich kritisiert haben – dass die Tiere zu eng stehen oder nicht gut behandelt werden. Es wurde eher die Fleischerzeugung als Ganzes kritisiert. Das zeigt: Die Landwirte und ihre Arbeit stehen nicht so stark in der Kritik wie die Landwirtschaft an sich.

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Wie wählen Sie die Themen aus, die sie behandeln?

Gloria Warg: Zum einen chronologisch: Wir versuchen, die Wertschöpfungskette Fleisch als zusammenhängendes System darzustellen und Themenkomplexe aufeinander aufbauend zu veranschaulichen. Es gibt nicht nur den Landwirt und den Schlachthof, sondern da sind noch viele weitere Akteure am Lebensmittel Fleisch beteiligt.

Zum anderen wählen wir unsere Inhalte auch nach Aktualität. Wir arbeiten gerne Aktuelles auf, wenn wir merken, dass wir da viel beitragen können. Wir sammeln im Team Fragen und Bedürfnisse und reden viel über Prozesse. Und wir tauschen uns intensiv mit unseren Mitgliedern aus und verfolgen die Geschehnisse und Berichterstattungen in den sozialen Medien.

Wie gelangen wir zu mehr Wertschätzung für Fleisch?

Gloria Warg: Das ist kein leichter Weg. Mehr Wertschätzung kann man nicht einfach verlangen. Wertschätzung entsteht durch Mehrwert. Und den Mehrwert der modernen Tierhaltung und die Wertschätzung müssen wir über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg transportieren.

Das fängt an bei der Zucht, beim Futter und beim Landwirt und das endet beim Konsumenten. Nachhaltige Produktion und Kommunikation von Seiten der Branche sind da entscheidend. Aber genauso wichtig ist auf Seite der Konsumenten der Wille zu bewusstem Fleischkonsum und die Bereitschaft, einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

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