Schweine mit Beschäftigungsmaterial im Stall
Christel Grommel | am

Förderung Stallumbau: Niedersachsen stellen viele Anträge

Mehr als die Hälfte der bisher gestellten Anträge auf eine Förderung für den Stallumbau kommen aus Niedersachsen.

Mit der Siebten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung wird die Sauenhaltung strenger geregelt, es muss mehr Bewegungsfreiheit geschaffen werden. 

  • Sauen im Deckzentrum muss eine Gruppenhaltung mit uneingeschränkt nutzbarer Bodenfläche von mindestens fünf Quadratmetern je Sau angeboten werden.
  • Die Buchten müssen zudem in Liege-, Fress- und sonstige Aktivitätsbereiche untergliedert werden. Dabei müssen Rückzugsmöglichkeiten im Aktivitäts- und/oder Ruhebereich vorgesehen werden, wobei Fress-Liegebuchten oder sonstige Fressplätze keine Rückzugsmöglichkeit darstellen.
  • Der Abferkelbereich muss mindestens zu einer Bewegungsbucht umgebaut werden und im Wartebereich werden durch die Änderungen im Deckzentrum Anpassungen notwendig.

40 Anträge aus Niedersachsen

Für die erheblichen Umbaukosten können Landwirte aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung zur Tierschutznutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) bis zu 40 Prozent der Investitionskosten beantragen. Einschließlich Beratung dürfen dies maximal 500.000 Euro je Betrieb und Bauvorhaben sein. Insgesamt liegen 300 Mio. Euro (2020: 100 Mio. Euro / 2021: 200 Mio. Euro) im Topf.

Nachdem die Antragsfrist auf den 30. September 2021 verschoben wurde, liegen bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) nun 73 Anträge von Sauenhaltern vor. 32 dieser Anträge wurden bereits bewilligt (Stand 30. April). Dahinter steckt ein Investitionsvolumen von 36,5 Mio. Euro und ein Fördervolumen von 14,5 Mio. Euro.

Von den 73 Anträgen kamen 40 Anträge aus Niedersachsen, 13 aus Nordrhein-Westfalen, acht aus Schleswig-Holstein. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Bundesländer.

Teilumstellung wird nun berücksichtigt

Das Landvolk Niedersachsen hatte erhebliche Probleme bei der Bearbeitung von Fällen kritisiert, in denen es um eine Teilumstellung ging. Diese Fälle wurden von der BLE sehr restriktiv behandelt und in der Regel abgelehnt. 

Verhandlungen des Landvolks mit der BLE und dem BMEL waren jedoch erfolgreich: "Man hat sich darauf verständigt, derartige Fälle künftig "positiv" zu prüfen, die FAQs in dem Punkt anzupassen und sich regelmäßig auf Arbeitsebene auszutauschen", freut sich Strukturreferent Dr. Wilfried Steffens vom Landvolk.

Mit Material von LPD
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