Milchkühe im Stall

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Janina Schuster | am

Forschung: Trackingsysteme im Stall werden besser

Fitnesstracker kennt wohl jeder. Diese Art von Datenmesssystem gibt es jedoch auch im Nutztierbereich. Und dort sorgt er dank verbesserter Messgenauigkeit für immer mehr Tierwohl.

Die Trackingsysteme arbeiten mit Hilfe eines Echtzeit-Ortungssystems, auch RTLS genannt. Mit ihnen können die Aktivitäten der Tiere im Stall nachvollzogen werden. So ist es möglich diverse individuelle Parameter zu erfassen. Wie lange liegen die Tiere und wo? Wann fressen sie, wann suchen sie die Gesellschaft anderer Tiere? Dafür werden Video- oder Indoor-Trackingsysteme eingesetzt, die in der Lage sind, diese Daten zu erfassen. Auch die Forschung macht sich die Systeme vermehrt zunutze und versucht mehr über das Sozialverhalten von Nutztieren in Erfahrung zu bringen. Damit das gelingt müssen die Daten jedoch genauer werden. Das ist mit dem Echtzeit-Ortungssystem nun gelungen.

Wie funktioniert das RTLS-System?

In den Ställen werden Sensoren installiert, die mit sogenannten Tags kommunizieren, die an den Halsbändern der Kühe befestigt sind. Im Sekundentakt liefern diese Tags Daten darüber, wo sich das jeweilige Tier im Stall aufhält. So lässt sich herausfinden, wo und wie lange die Kuh sich aufhält. Diese Informationen lassen Rückschlüsse über bevorzugte Aufenthaltsorte des Tieres zu oder wie lange sie fressen. Mit den Informationen sind Landwirtinnen und Landwirte deutlich schneller in der Lage, die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Tiere zu beurteilen und darauf zu reagieren. Auch hinsichtlich des Tierwohl-Engagements können die Trackingsysteme zu deutlichen Verbesserungen führen: verstehen, wo sich die Tiere gern und lange aufhalten, um Stallkonzepte dahingehend anzupassen.  

Pflegen Kühe Freundschaften?

In einem Folgeprojekt soll nun herausgefunden werden, ob Milchkühe bevorzugte positive Beziehungen untereinander pflegen. Auch das Entwickeln von Gruppendynamiken kann mittels RTLS-Daten ermittelt werden. "Am Sozialverhalten der Tiere lassen sich wichtige Informationen ablesen, die zur Verbesserung ihres Wohlbefindens und ihrer Gesundheit genutzt werden können", erklärte Dr. Jan Langbein vom Institut für Verhaltensphysiologie am FBN. "Wenn wir herausfinden, welche Milchkühe sich bevorzugt beieinander aufhalten, also enge ‘freundschaftliche‘ Beziehungen unterhalten, kann dies in der Zukunft beim Herdenmanagement berücksichtigt werden. In Folge wird das Stresslevel der Tiere gesenkt und ihre Gesundheit gefördert."

Mit Material von idw
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