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Norbert Lehmann | am

FrieslandCampina: Molkerei verliert so viele Milchbauern wie noch nie

In den vergangenen zwölf Monaten hat die Molkerei FrieslandCampina eine Rekordzahl an Milchbauern verloren.

Das geht aus einer aktuellen Bilanz der Stiftung niederländische Milch (DMF) hervor. Danach haben in der Zeit vom 1. Juli 2021 bis Ende Juni dieses Jahres insgesamt 284 genossenschaftliche Milcherzeuger in den Niederlanden das Unternehmen FrieslandCampina verlassen.

In den beiden Vorjahren waren es nur 41 beziehungsweise 11 Mitgliedsbetriebe. Der bisherige Rekord von 230 Austritten im Jahr 2018/19 wurde mit den jüngsten Zahlen weit übertroffen.

FrieslandCampina muss aussteigenden Milchbauern Prämie zahlen

FrieslandCampina muss den ausscheidenden Mitgliedern in den Niederlanden, die zu einer anderen Molkerei wechseln, eine Ausstiegsprämie von 5 Euro je 100 kg Milch zahlen. Basis ist die Milchanlieferung im letzten Jahr vor dem Austritt.

Das ist eine der Auflagen, unter denen die Europäische Kommission 2008 die Fusion von Friesland Foods und Campina zum größten niederländischen Milcherzeuger FrieslandCampina genehmigte.

FrieslandCampina hat bereits über 41 Mio. Euro an Abschiedsprämien gezahlt

Die Genossenschaft muss die Ausstiegsprämie ihren niederländischen Mitgliedern so lange anbieten, bis sie 1,2 Mrd. kg an andere Verarbeiter abgegeben hat. Die Stiftung DMF verwaltet das Programm.

Bisher haben seit Inkrafttreten der Fusionsauflage im Juli 2009 insgesamt 724 Mitglieder in den Niederlanden von der Regelung Gebrauch gemacht. Sie haben 832 Mio. kg Milch mit sich genommen. Dafür musste FrieslandCampina 41,6 Mio. Euro an Abschiedsprämien zahlen.

Molkerei sucht wieder Milch

Insgesamt lieferten Ende 2021 in den Niederlanden, Deutschland und Belgien 10.564 genossenschaftliche Milchbauern ihre Milch an FrieslandCampina. Das waren 536 weniger als noch ein Jahr zuvor.

In den vergangenen Jahren musste der Konzern von seinen Mitgliedern zeitweise mehr Milch abnehmen, als er verarbeiten konnte. Das einzelbetriebliche Wachstum der Milchmengen wurde daher seit 2019 aktiv gedrosselt.

Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Ende vergangenen Jahres kündigte der Vorstand an, für eine Stabilisierung der Milchmenge auch wieder neue aktive Mitglieder zu suchen.

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