on_Kälbervermarktung
Jan-Gerd Ahlers | am

Für gute Kälber gibt es mehr Geld

Die Kälberpreise schwanken und sind häufig nicht kostendeckend. Wir zeigen ein Beispiel für eine bessere Wertschöpfung in der Kälbermast.

Das Kalb von heute ist die Kuh oder der Mastbulle von morgen. Gesunder Kälber aufzuziehen ist eine entscheidende Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. Hohe Zunahmen in den ersten Lebenswochen sind die Voraussetzung für

  • eine gute Konstitution,
  • ein niedriges Erstkalbealter,
  • leistungsbereite Milchkühe
  • und hohe Zunahmen in der Mast.

Das muss am Markt auch honoriert werden. Darum hat die Vermarktungsgenossenschaft Raiffeisen Viehverbund gemeinsam mit einem Futtermittelhersteller und den Milchviehhaltern das „Qualitäts-Programmkalb“ aus der Taufe gehoben.

Belohnung für vitale Kälber

Landwirte sollen belohnt werden für vitale Kälber, die vom ersten Tag an hohe Zunahmen haben. Sie bekommen neben einem deutlich höheren Marktpreis zehn Euro zusätzlich, wenn die Kälber innerhalb von 14 Tagen über 50 kg wiegen und optimal versorgt wurden.

Damit wiegen sie im Schnitt 4,5 kg mehr als die übrigen Kälber. Dazu ist eine intensive Fütterung in den ersten Lebenswochen notwendig.

Sammelstelle erfasst und sortiert Kälber

Der Raiffeisen Viehverbund vermarktet jährlich 20.000 Nutzrinder, davon rund 200 Kälber pro Woche, zu 95 Prozent männliche Tiere. Das Nutzviehzentrum in Bad Zwischenahn ist als eines der beiden Sammelstellen dafür zuständig, die Kälber zu erfassen und zu sortieren.

„25 Prozent der Tiere, in der Regel Kreuzungskälber, gehen weiter zu Fresseraufzüchtern und Bullenmästern, 75 Prozent gehen an spezialisierte Kälbermäster. Diese ermöglichen erst eine entsprechende Wertschöpfung für die schwarzbunten Tiere“, erläutert Hannes Harms vom Nutzviehzentrum.

Mehr Futter führt zu höheren Gewichten

on_Kälberaufzucht

Familie Rohlfs aus Ehrenburg, Landkreis Diepholz, gehört zu den Erzeugern von Programmkälbern. Auf ihrem Betrieb stehen 240 Kühe und die entsprechende Nachzucht.

Nach der ersten Biestmilchgabe erhalten die Kälber oral Vitamine und Spurenelemente. Biestmilch gibt es drei Tage, etwa fünf bis sieben Liter pro Tag. Anschließend geht es 14 Tage weiter mit 5,5 bis acht Litern Vollmilch plus zehn Gramm Vollmilchaufwerter pro Liter mit über vier Prozent Fett, abhängig vom Gewicht.

Die Kosten für den höheren Futteraufwand werden durch das höhere Gewicht kompensiert.

Rückschlüsse auch auf Kuhkälber ziehen

Die Erzeuger von Programmkälbern erhalten regelmäßig Informationen über den Gesundheits- und Versorgungszustand, um entsprechende Rückschlüsse ziehen zu können, auch auf Kuhkälber.

Immer am Dienstag werden die Kälber über die Genossenschaft vermarktet. Das Mindestgewicht liegt bei 40 kg. Natürlich werden nur gesunde Tiere verkauft. Die Kälber stehen in Einzeliglus mit einem Dachüberstand. Das bietet Schutz gegen mögliche Wetterkapriolen und jedes Tier ist gut zu beobachten.

Integrierte Kälbermast

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Einer der Abnehmer von Programmkälbern ist Reiner Schulte aus Dielerheide im Kreis Leer. Er hat rund 1.000 Kälbermastplätze und sich von Anfang an für eine integrierte Produktion entschieden, um das wirtschaftliche Risiko zu mindern.

Schulte stellt den Stall und die Arbeitskraft, der Futtermittelhersteller kümmert sich um Kälberbezug und -vermarktung, Futter und tierärztliche Betreuung. Innerhalb von einer Woche ist der Stall mit circa 1.000 Kälbern gefüllt, die fast alle aus der Region über eine Sammelstelle kommen und zwischen 80 und 180 Euro kosten.

Das Einstallgewicht liegt bei rund 50 kg. Die Ausstallung erfolgt innerhalb von zwei Wochen. 

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 33/2020 und in der digitalen Ausgabe.

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  • Thema der Woche: Landwirte im Klimawandel - Täter, Opfer oder Retter?
  • Tierhaltung: Innovationspreis Tierwohl (ITW) für Schweinemäster aus Haschenbrok
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