Güllelager-Gülletechnik-Gülleausbringung

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Anne-Maria Revermann | am

Gasdichte Güllelagerung nicht praxisreif

Zukünftig soll laut Klimaschutzprogramm 2030 zur Minderung der Methanemissionen mindestens 70 % der Gülle gasdicht gelagert werden. Experten zweifeln die Praxisreife an, denn es gebe noch einige technische Herausforderungen.

Wie das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) mitteilte, kamen Experten nun zu dem Ergebnis, dass für eine gasdichte Güllelagerung zur Reduzierung von Methanemissionen noch technischer Entwicklungsbedarf bestehe.

Laut der Experten sei „die gasdichte Güllelagerung noch nicht reif für die breite Praxis“. Die technische Machbarkeit und praktische Umsetzung müssten noch geprüft werden.

Abdeckungen nicht immer übertragbar

So könne die in der Biogaserzeugung gebräuchliche gasdichte Abdeckung von Gärrestbehältern mit Doppelmembrandächern nicht ohne Weiteres auf Behälter für unvergorene Gülle übertragen werden. Denn anders als ein Fermenter werde der Güllebehälter immer wieder geleert und anschließend sukzessive befüllt.

Dies führe anfangs zu geringen Gasbildungsraten und einer starken Verdünnung des Gases aufgrund des großen Kopfraumvolumens über dem Güllespiegel. Mit zunehmender Befüllung steige die Gasbildung deutlich an und erreiche schließlich Biogasqualität.

Explosives Gasgemisch

Laut KTBL kann dieses Spektrum der Methankonzentration und Gasmenge derzeit aber von keinem der gängigen Gasbehandlungsverfahren abgedeckt werden. In den ersten Wochen sei daher eine Behandlung ohne Zufeuerung nicht möglich.

Zudem bilde sich im Gasspeicher über einen längeren Zeitraum ein in Gegenwart von Sauerstoff explosionsfähiges Gasgemisch. Dies erfordere besondere Sicherheitsvorkehrungen bei Technik und Management. Als alternative Abdeckung bieten sich den Experten zufolge gasdichte Schwimmfolien mit Gasfassung an, die derzeit auf ersten Biogasanlagen für die Abdeckung von Gärrestlagerbehältern eingesetzt werden.

In diesem Fall komme es nicht zu einer Verdünnung des entstehenden Gases und es könne von Beginn an mit Biogasqualität gerechnet werden. Die Gasbildungsraten hingegen änderten sich durch den Einsatz einer Schwimmfolie nicht, so dass auch hier zunächst mit Strom oder Propangas zugeheizt werden müsse.

Bevor die gasdichte Güllelagerung neben der Biogaserzeugung als Klimaschutzmaßnahme eingeführt werden kann, sind zudem klare und langfristig gültige rechtliche Bedingungen für die betroffenen Betriebe unerlässlich.

Mit Material von AgE
Ein Trecker bringt auf einem Feld flüssigen organischen Dünger bodennah aus.

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