Hähnchen in einem Stall mit Bodenhaltung
Christel Grommel | am

Geflügelpest: Keine Entwarnung

Die Fälle von Geflügelpest in Nutztierbeständen häufen sich, vor allem der Landkreis Cloppenburg ist in Norddeutschland betroffen.

Dort gibt es bereits 16 Betriebe mit einem Geflügelpesteintrag. Insgesamt mussten fast 200.000 Tiere gekeult werden. Auch in Oldenburg gab es Fälle, drei Betriebe waren bisher betroffen.

Im Landkreis Cuxhaven stehen laut Kreis 260 Geflügelhaltungen unter amtlicher Beobachtung, ein Fall wurde in der Gemeinde Wurster Nordseeküste bestätigt. Das Veterinäramt wies nochmals darauf hin, dass alle Geflügelhalter im Landkreis Cuxhaven verpflichtet seien, ihre Tiere in geschlossenen Ställen oder unter Schutzvorrichtungen zu halten. 

Auch in Mecklenburg-Vorpommern schlug das für Geflügel hochansteckende Virus wieder zu. Alle 37.000 Tiere eines Legehennenhalters in Kobrow im Kreis Rostock mussten im Zuge der Seuchenbekämpfung getötet werden. "Wie wir erleben müssen, hatte sich das Geflügelpestgeschehen nur scheinbar beruhigt. Die Ruhe war trügerisch - davor hatte ich noch vor der Jahreswende gewarnt", erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Er appelliert dringend an die Geflügelhalter, wachsam zu bleiben und die Biosicherheit einzuhalten.

Auch Frankreich betroffen

Seit Mitte November ist auch Frankreich mit der aviären Influenza konfrontiert. Nach Angaben des Pariser Landwirtschaftsministeriums gab es bis zum vergangenen Freitag insgesamt bereits 282 Ausbrüche in Geflügelbeständen, vor allem im Südwesten des Landes. Es wurden mehr als 1,1 Millionen Tiere, vor allem Enten, nach behördlicher Anordnung gekeult.

Pute-Putenstall_0.jpeg

Niedersachsen Landwirte tun viel für die Biosicherheit

"In diesem Winter ist das Virus nach allen bisherigen Erkenntnissen besonders aggressiv", so der Vorsitzende im Tierseuchen-Ausschuss des Landvolks Niedersachsen. Die Lage habe sich aber insgesamt in den vergangenen Jahren gebessert, denn die Landwirte hätten sehr viel für die Sicherheit auf den Höfen getan.

Unerlässlich sind laut Tierseuchenausschuss-Vorsitzendem Meiners alle Maßnahmen, die der Biosicherheit dienen. "Halten sich unsere Landwirte nicht an die vorgeschriebenen Regeln, drohen mittlerweile Sanktionen", erklärt der Experte. "Das hat vielerorts dazu geführt, dass die Halter besser aufpassen und Ausbrüche von Geflügelpest früher erkannt und bekämpft werden können."

Laut Meiners sind Putenmasten auffällig oft betroffen, weil die Ställe offen gebaut sind. Ähnlich gefährlich sei die Lage bei Mobilställen. Diese dürfen während der Aufstallungspflicht nicht mehr verzogen werden. Je nach Risikolage ist es empfehlenswert, die Mobilställe frühzeitig auf den Winterstellplatz zu schaffen oder sie im Fall der Aufstallungspflicht an den Hof zu holen, empfiehlt die Landwirtschaftskammer.

Mit Material von AgE, LPD
AdobeStock_337714147.jpeg

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Mehrleser-Funktion

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Audio und Video

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ 3 Endgeräte
✓ Merkliste
✓ Audio und Video
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Regional und nachhaltig - Neue Wege in der Weizenvermarktung
  • Geld & Recht: Coronahilfe für Schweinehalter - Was ist beim Antrag zu beachten?
  • Pflanzenbau: Neuausweisung Rote Gebiete - Betroffene Landwirte berichten

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen