Geflügelpest

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Christel Grommel | am

Geflügelpest in Niedersachsen nimmt besorgniserregendes Ausmaß an

Die Geflügelpest hat laut Otte-Kinast eine „sehr besorgniserregende Qualität“ angenommen. 616.000 Tiere wurden seit Juli getötet.

Die hochansteckende Geflügelpest breitet sich in Niedersachsen immer weiter und stärker aus. Allein seit Juli mussten schon mehr Tiere getötet werden als im gesamten Herbst 2021/22. Zehn Ausbrüche in sieben Landkreisen gab es dem 1. Juli laut dem Landwirtschaftsministerium Niedersachsen (ML) In allen Fällen sei unter anderem bei Puten und Legehennen das Virus vom Subtyp H5N1 nachgewiesen worden. Insgesamt mussten seit dem 1. Juli 2022 Ministerin Barbara Otte-Kinast zufolge bereits rund 616.000 Tiere getötet werden, im letzten Herbst und Winter waren es 510.000 Tiere. Die Kosten des Geflügelpestgeschehens 2021/2022 betrugen dem Ministerium zufolge gut 9,8 Millionen Euro.

Geflügelpest geht nicht mehr mit dem Sommer

"Anders als in all den Jahren zuvor ist das Geflügelpestvirus im Sommer 2021 erstmals nicht mit den Zugvögeln verschwunden, sondern in den heimischen Wildvögeln verblieben", erläuterte Otte-Kinast. Das Friedrich-LoefflerInstitut wertete dies als Zeichen, dass das Geflügelpestvirus enzootisch werden könnte.

Die Brutkolonien von Seevögeln an Nord- und Ostsee hätten durch die Vogelgrippe einen massiven, existenzgefährdenden Einbruch erlitten. „Damit hat das Geflügelpest-Geschehen eine neue, sehr besorgniserregende Qualität angenommen“, sagte sie.

Die Branche ist nun in großer Sorge. Die Angst der Geflügelhalter sei sehr groß, so Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (NGW). Trotz des hohen Standards von Biosicherheitsmaßnahmen sei das Virus nicht aus den Ställen herauszuhalten, besonders in der Nähe von Gewässern.

Kosten sind immens

Der Niedersächsischen Tierseuchenkasse liegt erst ein Teil der Anträge auf Entschädigung der getöteten Tiere vor. Die Kosten allein für die bisher beantragten Entschädigungen und Tötungsmaßnahmen belaufen sich auf geschätzt 4,9 Millionen Euro.

Niedersachsen sei in Hinblick auf die Geflügelpest gut gerüstet, so die Ministerin im Agrarausschuss des Landtags. Betrieben stünden für die Biosicherheit verschiedene Beratungsmöglichkeiten zur Verfügung, das LAVES unterstütze bei Krisenplänen. Sie wies zudem darauf hin, dass man langfristig Geflügelproduktionssysteme, die sehr anfällig für die Geflügelpest sind, umstrukturieren müsse.

Mit Material von dpa, ML
Pute in einem Stall

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