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Christa Diekmann-Lenartz | am

Geflügelpest: Wie verbreitet sie sich weiter?

Dass Wildvögel die Geflügelpest eintragen, scheint klar. Doch darüber, wie das Virus weiterverbreitet wird, gibt es unterschiedliche Meinungen.

Die Meldungen von Neuausbrüchen der Geflügelpest reißen nicht ab. Das Zentrum des Seuchengeschehens liegt im Landkreis Cloppenburg und drumherum. Bis Dienstag dieser Woche gab es in Cloppenburg und Oldenburg 25 betroffene Betriebe, hinzu kommen zwei Betriebe im Landkreis Cuxhaven und ein Bestand im Landkreis Wittmund.

Unter den 28 betroffenen Betrieben sind 23 Putenmastbetriebe. Dieses Verhältnis war beim Geflügelpestgeschehen im Winter 2016/17 ähnlich. Puten- und Entenställe gelten bezüglich eines Viruseintrags als besonders gefährdet, weil sie in der Regel Offenställe sind. Zudem muss laufend neue Einstreu eingebracht werden, was für mehr „Aktivitäten“ am Stall sorgt.

Lob für die Geflügelhalter

Für Dr. Ursula Gerdes, Geschäftsführerin der Niedersächsischen Tierseuchenkasse (TSK), gibt es einen großen Unterschied zum letzten großen Geflügelpestzug 2016: „Es hat sich viel getan auf den Betrieben in Sachen Vorbeugung und Biosicherheit.“

Dr. Karl-Wilhelm Paschertz, Leiter des Kreisveterinäramtes Cloppenburg, bestätigt das: „Wir hatten 2016/17 Fälle, wo mehrere Ställe eines Betriebes betroffen waren. Hier musste man von einer Übertragung von Stall zu Stall durch betreuende Personen, Geräte oder Material ausgehen. Das gibt es im aktuellen Pestgeschehen so nicht.“

Auch bei amtlichen Bestandskontrollen habe das Veterinäramt eine Verbesserung der Biosicherheit festgestellt.

Seucheneintrag über Luft wahrscheinlich

Laut Veterinäramt haben mit großer Wahrscheinlichkeit Wildvögel den Erreger in Betriebe eingeschleppt. Sie stellen aber nicht die alleinige Ursache dar: Infizierte Tiere scheiden riesige Virusmengen aus. Es reichen kleinste Federn oder sonstige virusbehaftete Partikel, die über die Luft in den Stall gelangen oder ein Schadnager im Stall, der vorher durch infizierten Vogelkot gelaufen ist.

Ein wissenschaftlicher Nachweis fehlt bislang, doch Paschertz und seine Kollegen halten den Eintrag über die Luft in die meist offenen und oft in Windrichtung liegenden Ställe für wahrscheinlich.

Dafür spreche auch, dass es in der stark betroffenen Gemeinde Garrel viele Zugvogelbewegungen gibt. Zudem sei Risiko eines Virusweitertrags von Stall zu Stall durch die hohe Dichte der Putenställe erhöht.

FLI sieht Biosicherheitsdefizite

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hingegen sieht die Ursache der aktuellen Ausbrüche in Biosicherheitsdefiziten.

Bei Genom-Typisierungen des Virus kam das Institut zu dem Schluss, dass „insbesondere im Landkreis Cloppenburg … von einem hohen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Geflügelhaltungen auszugehen (ist)“, heißt es auf der FLI-Homepage.

In dieser Woche wollen Experten vom FLI sich in Cloppenburg vor Ort ein Bild von der Situation machen.

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