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Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Meinung | Martina Hungerkamp | am

Hannes Jaenicke mit Unwahrheiten im Einsatz für das Schwein

Hannes Jaenicke war für eine ZDF-Reihe im Einsatz für das Schwein - ein Kommentar gegen das verbale und populistische Aufrüsten.

Jetzt hat auch der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke das Schwein für sich entdeckt und zwar in der gleichnamigen Dokumentation „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für das Schwein“. In der ZDF-Reihe hat der Schauspieler und Umweltaktivist sich zum Beispiel bereits für den Wolf oder den Lachs eingesetzt. Ich gebe zu: Als ich mir die Dokumentation im Vorfeld ansehen durfte, hatte ich schlimmeres erwartet. Sie fing beinahe gut an, die Arbeit des Clever Pig Lab in Österreich ist wirklich spannend. Auch die Stellen, an denen Schweinehalter Ralf Remmert seinen freiwilligen Weg hin zu mehr Tierwohl aufzeigt, gleichzeitig aber auf die immer größere Misere der Schweinehalter aufmerksam macht, sind richtig und wichtig.

Man kann es drehen und wenden, wie man möchte, die gesamte Schweinebranche steht vor gewaltigen Herausforderungen. Ralf Remmert bringt zum Beispiel den Preisverfall sachlich und ohne zu jammern zur Sprache. Und Hannes Jaenicke scheint zuzuhören. Scheint, denn jetzt kommt das Aber und es ist ein sehr großes Aber.

Hannes Jaenicke mit pauschaler Verunglimpfung und Unwahrheiten über Landwirte

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Auch in dieser Dokumentation werden wieder die gleichen pauschalen Anschuldigungen gegenüber Schweinehaltern aus dem Hut gezaubert. Mich stört die Bildsprache, die einfach nicht neutral ist. Natürlich dürfen auch extreme Tierrechtler wie das Deutsche Tierschutzbüro ihren Senf dazugeben. Warum? Ich hätte mir mehr O-Töne von echten Schweinehaltern gewünscht.

Und dann die Begleitmusik: In einem Interview zur ZDF-Reihe sagt Hannes Jaenicke: „Schweine gehören mit den Milchkühen zu den sogenannten Nutztieren, die zur Befriedigung unseres Appetits am grausamsten gequält werden.“ Er spricht weiter von stinkenden Fabriken und Misshandlungen im Kastenstand. Wie kommt er darauf? Warum diese Verunglimpfungen? Kann er als Schauspieler und Umweltaktivist nach den paar Drehtagen wirklich einschätzen, wie die Schweinehaltung in Deutschland funktioniert?

Wenn er es persönlich so empfindet, okay. Aber was will der Schauspieler mit diesen harschen Tönen und extremen Aussagen – für die er aktuell auch viel Kritik in den Sozialen Medien erntet – erreichen? Für mich sind sie kaum zu ertragen – übrigens egal, von wem sie kommen. Dieses gegenseitige Bashing macht mich müde, ich mag gar nicht mehr auf Diskussionen eingehen und meine Arbeit oder Ihre als Schweinehalter erläutern.

Provozieren verhärtet nur die Fronten

Meinen die Hannes Jaenickes dieser Welt im Ernst, dass es diese Art der populistischen Kommunikation und Lügen braucht, um die Bevölkerung, den Verbraucher wachzurütteln? Ich glaube nicht, dass das was bringt. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit vernünftigen Erklärungen und der Wahrheit weiterkommt.

Dann kann man gemeinsam über Herausforderungen wie das Schwänzekupieren in den Dialog treten, auch mal streiten, aber auf Augenhöhe und ohne beleidigend zu werden. Am Ende entwickelt man möglicherweise Verständnis für die Sichtweise und das Handeln des Gegenübers. Ohne, dass man es gut heißen muss.

Alles andere – das Polarisieren, Lügen und Provozieren - fördert nur die Abwehr, verhärtet die Fronten. Im Fall der Dokumentation hätte Hannes Jaenicke ohne die Begleitmusik in den Medien mehr fürs Schwein erreicht.

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