Neben dem Naturfreundehaus Grafhorn bei Lehrte-Arpke haben mehrere Wölfe ein Schaf gerissen und weitere Nutztiere attackiert.
Ellen Hartmann | am

Hannover: Mehrere Wölfe reißen Schaf beim Naturfreundehaus Grafhorn

In der Nähe des Burgdorfer Holzes ist es erneut zu einem Wolfsangriff gekommen. Am Naturfreundehaus Grafhorn bei Lehrte-Arpke in der Region Hannover hat eine Gruppe von Altwölfen gemeinsam mit Jungtieren ein Schaf getötet und auch weitere Nutztiere angegriffen. Scheinbar gab es auch eine Wolfsbegegnung in der Feldmark.

Schon vor einigen Tagen hätten mehrere Altwölfe gemeinsam mit Jungtieren Schafe und Ziegen auf einer Weide am Naturfreundehaus Grafhorn angegriffen, berichtet die Neue Presse (NP). Dabei sei ein Schaf getötet und mehrere andere Nutztiere verletzt worden. Bereits in der Nacht zum vergangenen Freitag (15. Oktober) griffen mehrere Wölfe auf einer Weide südlich von Steinwedel eine Schafherde an. Zwei junge Schafböcke wurden gerissen, zwei weitere verletzt. Zudem gab es Anfang Oktober zwei Wolfsangriffe auf Kälber in der Nähe von Uetze-Katensen. 

Wolfssichtungen zwischen Arpke und Schwüblingsen

Christian Helmreich ist ehemaliger Betreiber des Naturfreundehauses und Naturschutzbeauftragter der Stadt Lehrte, ihm gehört die Schafherde, die kürzlich angegriffen wurde. Noch am Sonntagabend (17. Oktober) habe er bei der Entsorgung des Schafs-Kadavers ein Tier am Waldrand entdeckt. Helmreich ist sich sicher: "Das war mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf." Zusätzlich gebe es mehrere Augenzeugen, die von einer Begegnung mit einer ganzen Wolfsgruppe am späten Sonntagabend berichten, heißt es von der NP weiter. Die Raubtiere seien zwischen Arpke und Schwüblingsen gesichtet worden. Nach Angaben von Helmreich würden sich die Wolfsangriffe rund um das Burgdorfer Holz wieder häufen. 

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Breitet sich das Burgdorfer Rudel aus?

In dem Gebiet ist das Burgdorfer Rudel beheimatet, das auch Jungtiere hat. Eine Abschussgenehmigung für einen sogenannten "Problemwolf" des Burgdrufer Rudels gab es bereits. Bereits seit 2019 war es im Territorium des Rudels mehrfach zu Übergriffen auf Nutztiere gekommen. Dabei wurde der zumutbare Herdenschutz immer wieder überwunden. Nicht nur kleinere Nutztiere wie Schafe wurden von den Wölfen getötet, sondern wiederholt auch Rinder und vor allem Pferde. Daher wurde am 31. März durch den NLWKN eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme der beiden Wölfe erteilt. 

Das Naturfreundehaus liegt direkt am Wald, weshalb Helmreich auch erwartet hat, dass es zu Wolfsattakten kommen werde. Zwar habe der Naturschutzbeauftragte eine Herde mit einem besonders hohen und sicheren Zaun geschützt, doch die Wölfe hätten anscheinend so lange gegen die Einzäunung gekämpft, bis ein Loch entstanden sei. "Von der Höhe her bot der Zaun ausreichend Schutz", erklärt Helmreich. Ein ausgewachsener Wolf wiegt übrigens zwischen 80 und 90 Kilo. Drückt ein solch schweres Tier gegen einen Zaun, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es das Hindernis überwindet. 

Nicht der erste Wolfsangriff vor dem Naturfreundehaus

"Und ich gehe davon aus, dass Elterntiere samt Jungtieren unterwegs waren", so der Weidetierhalter weiter. Indizien dafür seien große Trittsiegel auf der Wiese. Außerdem seien ein Ziegenbock und ein Schaf der Rasse Skudde durch einen Kehlbiss verletzt worden. Bei diesen Bissen würden die Spuren der Zähne dichter beieinander liegen als bei Altwölfen. Die verletzten Tiere hätten den Wolfsangriff jedoch überlebt, so der Halter. Ein Wolfsberater habe von den Bissstellen DNA-Proben genommen. Seine Tiere hat Helmreich mittlerweile auf eine andere Weide verlegt. Denn dieser Wolfsangriff war nicht der erste für Helmreichs Herde. Bereits vor einem Jahr töteten Wölfe drei seiner Schafe auf der Wiese vor dem Naturfreundehaus. 

Nahbegegnung in der Feldmark: Wölfe kommen Zeugin sehr nahe

Eine Augenzeugin habe zudem am Sonntag gegen 22:40 Uhr in der Feldmark zwischen Arpke und Schwüblingsen eine Gruppe herumstreunender Wölfe gesichtet, berichtet die NP. Gemeinsam mit einer Begleiterin habe sie daraufhin Lärm gemacht und so versucht, die Tiere zu verscheuchen. Allerdings seien die Wölfe nicht geflüchtet, sondern so nur nähergekommen. Bis auf 80 Meter seien die Tiere auf sie zugekommen. Daraufhin habe sich die Augenzeugin mit ihrer Begleiterin ins Auto gesetzt und sei davongefahren, so die NP weiter. 

Mit Material von NP
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