Wolf im Wald
Anne-Maria Revermann | am

Harburg: Angeschossener Wolf gefunden

Im Landkreis Harburg wurde ein schwerverletzter Wolf aufgefunden. Es stellte sich heraus, dass dieser angeschossen wurde.

Bereits Mitte Oktober war Autofahrern in der Nähe von Salzhausen im Landkreis Harburg ein schwerverletzter Wolf aufgefallen, der sich apathisch am Straßenrand entlang bewegte. Ein Polizist erlöste das Tier schließlich. Kreisveterinärin sowie Wolfsberater und Jäger gingen zunächst davon aus, dass der Wolf durch einen Verkehrsunfall verletzt wurde. Doch nun zeigte die Auswertung erster pathologischer Untersuchungen, dass der Wolf eine nicht verheilte offene Fraktur durch Beschuss aufwies.

Die Landesjägerschaft Niedersachsen und das Niedersächsische Umweltministerium verurteilen illegale Tat. Niedersachsen Umweltminister Olaf Lies zeigte sich erschüttert: „Der Wolf ist eine streng geschützte Art, die ihren Platz in Niedersachsen hat und haben wird. Der illegale Schuss auf einen Wolf ist ein schwerer Verstoß gegen das Naturschutzgesetz. Das ist kein Kavaliersdelikt!“.

 

Schuss auf den Wolf ist illegal

Auch Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, verurteilte die Tat scharf: „Auch, wenn die genauen Umstände noch unklar sind: der- oder diejenige hat sich eines Artenschutzvergehens schuldig gemacht. Das ist ein Straftatbestand und dafür kann und wird es keinerlei Verständnis geben.“

Besorgt zeigten sich beide, dass dieser Vorfall die ohnehin sehr aufgeheizte Debatte um den Wolf in Niedersachsen weiter befördern könnte. Genau das Gegenteil sei aber notwendig – die Rückkehr zu einer sachlichen Auseinandersetzung. Es müsse klar unterschieden werden zwischen illegalen Rechtsverstößen, die geahndet werden müssen, und der Umsetzung von rechtsstaatlich festgelegten und angeordneten Maßnahmen – auch wenn diese die Tötung eines auffälligen Wolfes beinhalten, so Damann-Tamke.  

Ähnlich äußerte sich auch Olaf Lies: „(...) Ich werbe stets für die Handlungsfähigkeit des Staates beim Abschuss von Problemwölfen. Und wenn der Erhaltungszustand gesichert ist, muss auch für den Wolf ein geordnetes Wildtiermanagement greifen. All dies muss aber auf der Grundlage von Recht und Gesetz geschehen Jede Form vermeintlicher Selbstjustiz ist dagegen vollkommen inakzeptabel. Individuelle Willkür hat in unserem Land keinen Platz."

Mit Material von MU
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen