Stintfischer Wilhelm Grube hält einen Fisch hoch
Christel Grommel | am

Harburg: Stintfischer in Existenzsorgen

Stinte sind im Norden eine Delikatesse. In den vergangenen Jahren sind sie jedoch rar geworden. Nun kommen für den verbliebenen Fang noch Absatzprobleme hinzu.

Wilhelm Grube ist einer der wenigen Stintfischer und gilt als einziger solcher östlich von Hamburg. Er legt Fangkörbe in der Elbe aus - in besseren Zeiten waren das 170 Körbe, zurzeit sind es nur 60. Die Fischer machen die Verschlickung der Elbe für das niedrige Fangniveau verantwortlich. Drei Stintfischer gebe es noch im Norden.

In dieser Saison sind es etwa 100 Kilogramm Fang pro Tag. Die Saison im Norden startete angesichts der Kälte erst später, in der eiskalten Elbe kamen die Gurkenfische nur langsam voran. Fünf bis sechs Wochen dauert nun die Fangzeit.

Bereits im Winter ziehen die kleinen Fische aus der Nordsee in die Flussmündungen. Wenn es wärmer wird, ziehen sie die Flüsse hinauf zu ihren Laichplätzen.

Schon die zweite ausgefallene Saison

Weil die Gastronomie geschlossen ist, wird der Fischer seine Beute kaum los. In guten Zeiten begingen Busgesellschaften die Stinttradition mit bis zu 400 Gästen in Grubes Lokal, nun verkauft er die Ausbeute außer Haus oder gibt sie unter Wert an einen Vogelpark ab.

Grube hat 90 Prozent Einbußen, schon die zweite Saison geht ihm kaputt. Die fehlende Aussicht auf Öffnung der Gastronomie zermürbt ihn, eigentlich geht die Saison bis Ostern. Sechs Vollzeitangestellte mussten den Betrieb im vergangenen Jahr schon verlassen, nun geht es um die Existenz. "Da kann man doch nicht überleben." 

Trotz der schwierigen Lage will Sohn Jonas in die Fußstapfen seines Vaters treten - Jonas ist angehender Fischwirt. 

Mit Material von dpa
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