Insekten auf Getreidefeld

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Christel Grommel | am

Hunderte unbekannte Insektenarten in Deutschland

Direkt vor der eigenen Haustür gibt es eine Menge unbekannter Arten, viele sind vom Aussterben bedroht. Um sie schützen zu können, müssen wir sie erst einmal kennen.

Fachleute sprechen dann von den sogenannten "Dark Taxa". Das sind Arten, die entweder noch gar keine Namen haben oder deren Einordnung extrem schwierig ist.

Professor Dr. Krogmann aus dem Fachgebiet Systematische Entomologie an der Universität Hohenheim erklärt, dass die Kenntnis aber wichtig für den Erhalt ist: "Um jedoch effektivere Schutzmaßnahmen zum Beispiel gegen das Insektensterben ergreifen zu können, müssen wir besser verstehen, welche Arten es überhaupt gibt und welche Funktionen sie im Ökosystem haben."

Die "Barcode-of-Life-Initiative" hat das Ziel, Licht ins Dunkel der unbekannten Arten zu bringen, indem die Artenvielfalt aller deutschen Tiere, Pilze und Pflanzen anhand ihres DNA-Barcodes, also des genetischen Fingerabdrucks, erfasst werden. Die Initiative wurde vor acht Jahren ins Leben gerufen, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im Juli 2020 geht das Projekt in die dritte Projektphase, bei der zwei bislang eher vernachlässigte Insektengruppen im Fokus stehen sollen. 

 

Wissenslücken schließen

Nach Schätzungen warten weltweit ca. 80 Prozent aller Insektenarten darauf, entdeckt und beschrieben zu werden. "Viele Arten verschwinden, bevor wir sie überhaupt entdeckt haben", sagt Krogmann. Aber: "Man kann nur schützen, was man kennt." 

Seit 2012 widmet sich in Deutschland das Projekt "German Barcode of Life (GBOL)" dieser Aufgabe. Das deutschlandweite Netzwerk aus verschiedenen Naturkundemuseen und anderen Biodiversitätsforschungsinstituten sammelt dazu umfassend und flächendeckend Tier- und Pflanzenarten in ganz Deutschland.

Die Arten werden untersucht, katalogisiert, wissenschaftlich beschrieben und ihr Erbgut analysiert. Die Daten werden in einer Gendatenbank gesammelt und in eine weltweite Datenbank eingespeist. 

Das Folgeprojekt GBOL III soll die Wissenslücke zu Zweiflüglern und Hautflüglern schließen. Auch Bienen und Wespen gehören dazu. "Hautflügler spielen eine zentrale Rolle in unseren Ökosystemen. Einerseits als Bestäuber von Blütenpflanzen ‒ daran denkt jeder sofort. Andererseits sorgen sie aber auch als natürliche Gegenspieler anderer Insekten für ein natürliches Gleichgewicht", sagt Krogmann. 

Mit Material von Universität Hohenheim

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