Putenmarkt-Einstallreduzierungen-B1_CDL
Christa Diekmann-Lenartz | am

Immer mehr Kosten und weniger Erlöse für Putenmäster

Auch der Putenmarkt litt stark unter Corona. Nun kommen für Mäster hohe Futterkosten und niedrige Erlöse dazu. Die Puten-Erzeugergemeinschaften haben reagiert: Sie stallen bis Ende des Jahres 15 % weniger Tiere ein.

Im Kampf gegen mangelnden Absatz und fehlende Wirtschaftlichkeit stehen die Putenmästerinnen und Putenmäster aus ganz Deutschland zusammen. Die Puten-Erzeugergemeinschaften entschieden im Sommer, ihre Produktion zum Herbst und Winter hin zu drosseln. So soll Marktentlastung geschaffen werden und in Folge erhoffen sich die Tierhalter bessere Preise.

Putenmarkt litt unter der Corona-Pandemie

Auch bei Carola Reiners aus Friesoythe-Ikenbrügge, Landkreis Cloppenburg, werden in ein paar Wochen weniger Tiere als üblich und als erlaubt eingestallt. Die drei Ställe, die zum Betrieb gehören, verfügen über 11.500 Mastplätze. Reiners ist Sprecherin des Arbeitskreises Putenmast im Landesverband der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW). "Der Putenmarkt hat erheblich unter den Corona-Folgen gelitten", berichtet sie. Mit der coronabedingten Schließung von Restaurants, Kantinen und anderen Großküchen ging ein wichtiger Absatzmarkt für frisches Putenfleisch verloren. Der Frischmarkt bei Putenfleisch wird allergrößtenteils aus deutschen Ställen bedient. Auch die Putenmäster und Putenmästerinnen mussten in Corona-Zeiten die Erfahrung machen, dass Schlachtungen verschoben wurden und Tiere schon mal eine Woche oder eineinhalb länger im Stall standen.

Absatzmarkt für frisches Putenfleisch fehlte

"Das ging natürlich auf Kosten der Wirtschaftlichkeit und wie bei den Schweinemästern kommt irgendwann auch ein Tierschutzproblem, wenn es im Stall zu eng wird", so Reiners. Auf dem Putenmarkt ist zudem die EU-Konkurrenz im Bereich gefrorene oder verarbeitete Ware sehr groß. Die drängte auch weiter auf den deutschen Markt. Und in anderen EU-Ländern sind die Produktionskosten niedriger als hierzulande, unter anderem aufgrund weniger strenger Haltungsvorgaben. Derzeit sind die Auszahlungspreise für die Mäster nicht kostendeckend, insbesondere weil auch die Produktionskosten deutlich gestiegen sind. "Es ist lange her, dass ich mich erinnern kann, dass die Futterpreise mit der Ernte steigen", so Reiners über die Futterkosten. Da außerdem der Putenfleischabsatz jährlich nach Weihnachten bis in den März hinein deutlich zurückgeht, haben die Putenmäster Konsequenzen gezogen. Bei den Neueinstallungen ab September bis zunächst Dezember werden sie 15 % weniger Tiere einstallen.

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Anerkennung für die freien Putenbrütereien

Eine zweite Variante sieht vor, dass nicht die Tierzahl reduziert wird, sondern jede Neueinstallung um zwei Wochen nach hinten verschoben wird. "Die zwei Wochen längere Pause im Stall passen in einigen Betrieben besser als die Reduzierung der Tierzahlen – Angestellte können die Pause zum Beispiel für Urlaub nutzen", sagt die Mästerin. Vereinzelt hat sie auch von Betrieben gehört, die im vergangenen Winter von der Geflügelpest betroffen waren und jetzt beschlossen haben, diesen Winter über gar nicht einzustallen. Große Anerkennung zollt sie den freien Putenbrütereien, die den Produktionsrückgang mittragen: "Die Produktionskette ist eng verzahnt, Produktionsmengen müssen weit im Voraus geplant werden, da muss es genaue Absprachen geben." Die Brütereien tragen den Minderverkauf an Putenküken, das ist vor dem Hintergrund der hohen Einbußen durch die Geflügelpest im vergangenen Winter/Frühjahr besonders bemerkenswert, findet sie. 

Was ist mit der Vermarktung?

Aber auch die Vermarkter müssen "mitspielen" bei der Reduktion der Produktionsmengen. Auf Anfrage teilte Heidemark, einer der größten deutschen Erzeuger und Vermarkter von Putenfleisch mit Sitz in Höltinghausen (Landkreis Cloppenburg) mit, dass man die Reduzierung der Einstallmengen bei den Mästern akzeptiere. In der Haltungskennzeichnung des Lebensmitteleinzelhandels und der angedachten "Auslistung" der Haltungsstufe 1 sieht man die Chance auf eine Wertsteigerung und Aufwertung des Lebensmittels Fleisch insgesamt. In den eigenen Putenmastställen werde man, so Heidemark, die Einstallmengen jedoch nicht um 15 % reduzieren, sondern "weniger stark".

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der LAND & FORST 42/21. 

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