Ein Rebhuhn.
Ellen Hartmann | am

Immer weniger Rebhühner in Deutschland

Weil es in Deutschland immer weniger Rebhühner gibt, sollen unter dem Motto "Rebhuhn retten - Vielfalt fördern!" Lebensräume in Agrarlandschaften für die Vögel geschaffen werden. Dazu zählen vor allem Blühstreifen und Hecken.

Das Projekt des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL), der Georg-August-Universität Göttingen und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) soll dem Artenschutz der Rebhühner dienen. Denn bereits seit den 1980er Jahren sind die Bestände in Deutschland und Europa um über 90 Prozent zurückgegangen, berichtet der Europäische Rat für Vogelzählung (European Bird Census Council – EBCC).

Nur noch 50.000 Brutpaare in Deutschland

Derzeit wird geschätzt, dass es in Deutschland noch rund 50.000 Brutpaare gibt, europaweit sollen es zwischen 1,4 und 2,7 Millionen sein. Das Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums in Höhe von 775.000 Euro unterstützt. "Feldvögel wie die Feldlerche, der Kiebitz und das Rebhuhn finden seit vielen Jahren immer weniger Lebensraum", so Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Blühstreifen und Hecken für die Rebhühner

"Insbesondere sollen in intensiv genutzten Agrarlandschaften insektenfreundliche Blühstreifen und Hecken angelegt werden, um so das Nahrungsangebot und den Lebensraum für Rebhühner zu verbessern", so Schulze weiter. "Das kommt gleichzeitig auch vielen anderen Arten in den Agrarlandschaften zugute." Laut BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jassel werde das Rebhuhn in der neuen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als "stark gefährdet" eingestuft. "Umso wichtiger ist es, Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn zu bündeln und auf breiter Fläche so umzusetzen, dass sie nicht nur andere Vogel- und Säugetierarten, sondern auch den Insektenschutz mit im Blick haben und hier für positive Mitnahme-Effekte sorgen", so die Expertin weiter.

So läuft das Projekt ab:

Zwei Jahre soll das Verbundprojekt umgesetzt und Schutzmaßnahmen für den gefährdeten Vogel erarbeitet werden. Zusätzlich sollen mittels eines Bewerbungsverfahrens potenzielle Projektgebiete für die Schutzmaßnahmen festgelegt. Langfristig sollen so Wege für Rebhühner geschaffen werden, sicher zu brüten und ihre Küken in insektenreichen Gebieten aufzuziehen. Hierzu sollen Blühflächen von einem bis zwei Hektar angelegt werden, die zur Hälfte bewirtschaftet werden. So solle nämlich das Nebeneinander von vorjähriger und diesjähriger Vegetation gewährleistet werden. Darüber hinaus sollen Hecken angelegt und Mahdzeitpunkte festgelegt werden. Die Rebuhnbestände werden zudem per Monitoring überwacht.

Mit Material von BMU
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