Ebermast
Anne-Maria Revermann | am

Immunokastration: Auch Bundestierärztekammer kritistiert Verbot

Nach anderen Organisationen kritisiert nun auch die Bundestierärztekammer (BTK) das Verbot der Immunokastration für Ökobetriebe.

Das geplante Verbot der Immunokastration für ökologisch wirtschaftende Schweinebetriebe sei ein fatales Signal an Handel, Verarbeiter, Verbraucher und die konventionelle Schweinehaltung, teilte die Bundestierärztekammer (BTK) mit.

„Die Impfung ist die tierschutzfachlich beste Methode zur Vermeidung von Ebergeruch“, betonte BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. Dies habe er auch in einem Schreiben an die Agrarminister der Länder und die Länderarbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (LÖK) deutlich gemacht.

Niedersachsen will an Impfung festhalten

Die LÖK hatte kürzlich beschlossen, die Impfung gegen Ebergeruch nicht mehr zu akzeptieren, nachdem die EU-Kommission die Immunokastration von Bio-Ebern als nicht rechtskonform mit der EU-Ökoverordnung eingestuft hatte.

Einige Bundesländer haben deshalb ab dem 1. September die Impfung der Ökoschweine mit Improvac verboten. Niedersachsen will zunächst an der Impfung festhalten.

Die BTK wies darauf hin, dass sich mittlerweile auch der europäische Tierärzteverband (FVE), der rund 300.000 Veterinäre in 40 Ländern vertritt, klar für eine Beibehaltung der Immunokastration in Biobetrieben ausgesprochen habe, da diese den Bedingungen für den ökologischen Landbau und ihren Zielen entspreche.

Auch europäischer Tierärzteverband will an Immunokastration festhalten

Der europäische Tierärzteverband (FVE) hob hervor, dass die Immunkastration besser für das Wohlergehen der Tiere sei als die chirurgische Kastration, die regelmäßig im ökologischen Landbau angewendet werde.

Zudem ähnle sie anderen im Ökolandbau verbreiteten Behandlungen, die wie Impfungen auf das Immunsystem wirkten. Außerdem sei die Immunokastration keine Hormonbehandlung und berge kein Risiko für hormonelle Rückstände.

Dringender Appell: Meinung überdenken

Der FVE fordert deshalb den Ständigen Ausschuss für ökologischen Landbau der EU-Kommission auf, seine Meinung zu überdenken und zu akzeptieren, dass die Immunkastration den Grundsätzen des ökologischen Landbaus von Schweinen entspreche.

Die biologische Landwirtschaft werde von vielen Verbrauchern als die nachhaltigste und tierfreundlichste Produktionsmethode angesehen. Um diesem Ruf gerecht zu werden, müsse auch dort die Impfung als Alternative zur chirurgischen Kastration zugelassen werden.

Die BTK appellierte an die Entscheidungsträger, die Biobetriebe nicht zu weniger tierschutz- und umweltfreundlichen Methoden wie die Isoflurannarkose zu zwingen.

Mit Material von AgE

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Fragen zum Niedersächsischen Weg
  • Thema der Woche: Landwirte ohne Perspektiven? FFH-Gebiet in Ostfriesland geplant
  • Pflanzenbau: Getreide: Tipps zur Herbstaussaat
  • Tierhaltung: ASP und die Folgen für den Markt
  • Forstwirtschaft: Was leisten Spalter und Hacker?
  • Leben auf dem Land: Bio-Bäckerei in Stöckendrebber

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✔ Mehrleser-Funktion

✔ Artikel merken und teilen

✔ exklusiv: Audio und Video

✔ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✔ 3 Endgeräte
✔ Merkliste
✔ Audio und Video
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Fragen zum Niedersächsischen Weg
  • Thema der Woche: Landwirte ohne Perspektiven? FFH-Gebiet in Ostfriesland geplant
  • Pflanzenbau: Getreide: Tipps zur Herbstaussaat
  • Tierhaltung: ASP und die Folgen für den Markt
  • Forstwirtschaft: Was leisten Spalter und Hacker?
  • Leben auf dem Land: Bio-Bäckerei in Stöckendrebber

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen