Ebermast
Anne-Maria Revermann | am

Improvac-Eber auch bei Westfleisch

Westfleisch nimmt für einen gewissen Zeitraum auch Improvac-Eber an. Interessierte Betriebe können sich bei ihren Vermarktern melden.

Die Westfleisch SHC hat Ende letzter Woche ihren Vertragslieferanten mitgeteilt, dass zumindest für einen gewissen Zeitraum auch Improvac-Eber geliefert werden können.

Damit geht Westfleisch über ein zurzeit laufendes Projekt mit einem westfälischen und zwei rheinischen Mastbetrieben jetzt mengenmäßig einen deutlichen Schritt weiter.

Zwei Varianten für Betriebe

Konkret bietet die Westfleisch für die Betriebe zwei zeitlich abgestimmte Varianten an:

  1. Betriebe, die derzeit schon Eber mästen, können in den nächsten drei Wochen die Erstimpfung mit Improvac durchführen und diese Schweine in den Kalenderwochen 18 – 24 dieses Jahres schlachten lassen.
  2. Betriebe mit bisheriger Mast von Kastraten können sich mit dem vorgelagerten Ferkellieferanten abstimmen. Dieser lässt dann die Eberferkel nicht kastrieren und liefert sie an den Mäster. Diese Mastschweine sollen dann in den KW 27 – 33 zur Schlachtung kommen.

Das Angebot gilt ausdrücklich nur für die Westfleisch-Vertragsbetriebe. Geschlachtet werden die Improvac-Tiere an den Standorten Coesfeld und Oer-Erkenschwick.

Improvac-Eber nicht nach Ebermaske bezahlt

Improvac-Eber, die bei der Vermarktung aus diesem Zeitfenster herausfallen, werden ebenfalls abgenommen, müssen natürlich als solche bezüglich des Liefertermins konkret abgestimmt werden.

Bezahlt werden die Improvac-Tiere nach der Standard-Westfleischmaske für Börge und Sauen. Von der im letzten Jahr in der gesamten Schlachtbranche diskutierten Bezahlung nach Ebermaske rückt auch die Westfleisch SHC ab. Die Ebermaske passt nicht für diese Schlachtkörper, die weit mehr nach Kastraten als nach Ebern aussehen.

Abschlag von 3 Cent

Allerdings nimmt auch Westfleisch einen Abschlag von 3 Cent vor. Zwar müssen die Improvac-Schlachtkörper an den Schlachtbändern genauso „beschnüffelt“ werden wie die der Eber und auch die separate Zerlegung ist kostenträchtig. Aber der 3-Centabzug zusammen mit den Kosten für die doppelte Impfung schlagen bei der Improv-Mast deutlich zu Buche.

Interessierte Betriebe müssen sich bei Vermarkter melden

In den letzten Wochen waren es vor allem Kombi-Betriebe, die nach der Imrovac-Impfung gefragt haben. In diesen Betrieben ist die Arbeitszeit meist der entscheidende knappe Faktor, der durch die demnächst anstehende Isofluran-Betäubung noch weitaus mehr in Anspruch genommen wird. Und nicht jeder will Eber mästen.

Interessierte Betriebe müssen sich binnen der nächsten Tage bei ihrem Vermarkter melden. Denn die Westfleisch SHC hat den Viehvermarktungsgenossenschaften, Erzeugergemeinschaften und Viehkaufleuten mitgeteilt, dass sie bis zum 18.2.2020 wissen will, wer sich an dem Projekt beteiligt.

Die Landwirte müssen Improvac über ihre Tierärzte beziehen. Wer zumindest die ersten Impfungen extern durchführen lassen will, kann sich auch an die Zoetis Deutschland GmbH wenden.

Mit Material von Dr. Frank Greshake, LWK NRW

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